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Haggenberg, Hans

geboren um 1450 Winterthur, letztmals erw. 1511 im Steuerbuch der Stadt Winterthur. H. stammt aus einem Dienstadelsgeschlecht. 1470 trat er in den Dienst des St. Galler Abtes Ulrich Rösch ein. In seinem Auftrag verfertigte er wahrscheinlich ein Gebetbuch (Codex 285 der Stiftsbibliothek Einsiedeln), führte wohl die Ausmalung des 1483 vollendeten Hallenchors des got. Münsters in St. Gallen aus und signierte sicher 1488 ein Wappenbuch (Codex 1084 der Stiftsbibliothek St. Gallen). Mindestens ab 1477 gehörte H. dem Gr. Rat von Winterthur und ab 1483 dem Stadtgericht an. Daneben war er Mitglied der Rechnungsprüfungskomm. und Fürsprecher vor dem Rat. Der Wand-, Buch- und Wappenmaler H. gilt als Schlüsselfigur der spätgot. Malerei der Ostschweiz. Zugeschrieben werden ihm im Weiteren Wandmalereien wie das Chorgewölbe der Pfarrkirche in Veltheim (ZH) um 1482, der Chorbogen der Pfarrkirche von Pfäffikon (ZH) 1488, die Ausmalung des Kreuzgangs im Kloster Töss um 1490, der Dominikanerstammbaum auf einer Altarrückwand 1490-92 (im Schweiz. Landesmuseum), der Chorbereich der ehem. Klosterkirche Rüti 1492 und der Chor der ehem. Heiligkreuzkirche in Wiesendangen 1496-98.


Literatur
SKL 2, 9
– W. Hugelshofer, Die Zürcher Malerei bis zum Ausgang der Spätgotik 2, 1929, 63-79
Kdm ZH 6, 1952, 60, 210-214, 324-326, 337, 384 f.; 8, 1986, 308
BLSK 1, 455

Autorin/Autor: Martin Rohde