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Solari, Cristoforo

geboren um 1468-70 Mailand, gestorben Mai 1524 Mailand, von Carona. Sohn des Bertola, Maurermeisters und Schreiners. Bruder des Andrea ( -> 1). Ab 1483 erlernte S. bei seinem Cousin Pietro Antonio in Mailand das Architekten- und Bildhauerhandwerk. S., auch "der Bucklige" genannt, begann um 1490 als Bildhauer in Venedig. Dort nahm er den klassizist. und antikisierenden Stil in der Ausprägung der Lombardo auf und wurde davon auch bei seinen Romreisen 1499-1500 und 1513-14 geprägt. 1495 kehrte er nach Mailand zurück und wurde dort als Günstling von Ludovico Sforza herzogl. Ingenieur an der Bauhütte der Kartause von Pavia. 1497 begann S. die Arbeit am Grabmal von Sforza und Beatrice d'Este, das sich heute in der Kartause befindet. Weitere bedeutende Aufträge waren die Arbeiten am Dom von Mailand, 1505 an S. Maria bei San Celso ebenfalls in Mailand und am Dom von Como. Nur sehr wenige Skulpturen können ihm mit Sicherheit zugeschrieben werden, darunter "Adamo" (um 1502), "Lazzaro", "Cristo alla colonna" und "San Sebastiano" für den Mailänder Dom. Darin kommt neben dem klassizist. Grundzug eine mehr naturalist., von Leonardo da Vinci herkommende Tendenz zum Ausdruck.


Literatur
– A. Markham Schulz, «Cristoforo S. at Venice», in Prospettiva, 1988-1989, Nr. 53-56, 309-316
BLSK, 978 f.
– S. Zanuso, «Cristoforo S. tra Milano e Venezia», in Nuovi Studi 8, 2000, 17-33

Autorin/Autor: Laura Damiani Cabrini / PTO