07/06/2004 | Rückmeldung | PDF | drucken

Böttstein

Polit. Gem. AG, Bez. Zurzach, bestehend aus den Dörfern B., Kleindöttingen (früher auch Ennetdöttingen), Eien und Burlen, am linken Ufer der Aare, wenige Kilometer vor deren Mündung. 1087 Botistein. 1799 B. 168 Einw., Kleindöttingen 96, Eien 60; 1850 zusammen 629; 1888 536; 1900 760; 1950 1'051; 2000 3'648. Einzelfund aus der Latènezeit. 11.-13. Jh. Sitz der Herren von B., unter denen B. eine eigene Gerichtsherrschaft bildete. Die übrigen Dörfer unterstanden dem niederen Gericht der Johanniterkommende Leuggern. Die Herrschaft B., nach 1415 Teil des Amts Leuggern der Grafschaft Baden, ging nach rund zehn Wechseln 1606 an die Urner Fam. von Roll über, die 1615-17 die Burg durch ein spätgot.-frühbarockes Herrenhaus mit Kapelle ersetzte. Durch Heirat kam der Besitz 1674 an die Schmid von Bellikon, welche die Gerichtsherrschaft bis 1798, das Schloss bis 1893 innehatten. Die Schlosskapelle St. Antonius erhielt eine reiche Ausstattung in der Art ital. Barockkirchen mit hervorragenden Stuckaturen, ausgeführt von oberital. Meistern.

B. und die übrigen Dörfer waren nach Leuggern pfarrgenössig. Die Bildung der Gem. B. erfolgte 1816 durch Teilung der Grossgem. Leuggern, deren Dörfer schon vorher eigenes Gemeindeland bewirtschaftet hatten. Bis ins späte 19. Jh. blieb Acker- und Rebbau und ländl. Handwerk (Ölmühle aus dem 18. Jh.) vorherrschend, dann boten Betriebe der Holzindustrie rechts der Aare vermehrt Beschäftigung. Dadurch entwickelte sich Kleindöttingen zur grössten Ortschaft und wurde Glied des besonders 1960-80 rasch wachsenden Regionalzentrums Döttingen-Klingnau. Trotz eigener Industrie (Spanplattenfabrik 1970-94, Möbelfabriken) und zahlreichen Gewerbebetrieben ist B. eine Wegpendlergemeinde mit 48% Industriebeschäftigten (1990). Die Landwirtschaft (1990 2%) beschränkt sich im Wesentlichen auf die Dörfer B. und Eien.


Literatur
– R. Anselmetti, B. AG, 1987
– S. Brian Scherer et al., Das Kirchspiel Leuggern, 2001

Autorin/Autor: Andreas Steigmeier