18/08/2005 | Rückmeldung | PDF | drucken | 
No 1

Geiler, Hans

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Ab 1513 in Freiburg bezeugt,gestorben 1534/35 Freiburg, aus dem Elsass, 1517 in Freiburg eingebürgert. Ab 1524 Mitglied der Krämerzunft. Ab 1531 Fischereiaufseher; 1534 übernahm G.s jüngerer Kollege Hans Gieng dieses Amt. Ab 1515 ist G. als Bildhauer erwähnt. Er erhielt zahlreiche Aufträge für Altäre oder alleinstehende Statuen. 1515 bestellten Bern und Freiburg bei seiner Werkstatt und beim Maler Niklaus Manuel den heute verschwundenen Altar zur Erinnerung an die Schlacht von Grandson. Mit Sicherheit werden ihm zwei in Freiburg befindl. Werke zugeschrieben: ein Löwe (1516) auf der Kanzel der Kathedrale und die Steinstatue des hl. Georg (1525) auf dem Rathausbrunnen. Der Furno-Altar (1509-15) der Freiburger Franziskanerkirche, dessen Skulpturen zu den wichtigsten dieser Epoche in der Schweiz gehören, wurde in einem ähnl. Stil wie G.s Werke ausgeführt. Auch der Altaraufsatz von Estavayer-Blonay (1527) in der Dominikanerkirche in Estavayer-le-Lac und derjenige von Cugy (1522) im Museum von Freiburg sowie zahlreiche Statuen könnten von G. stammen. Seine meditativen Figuren in spätgot. Stil weisen elsäss. und oberrhein. Einflüsse auf und wirken melancholisch. Nach 1520 wurde G.s Stil realistischer. Manche Autoren waren der Meinung, G. sei mit Hans Gieng identisch. Marcel Strub kommt in seiner fundierten Studie zum Schluss, dass es sich um zwei versch. Bildhauer handelt, deren Wirken allerdings bis heute Rätsel aufgibt.


Literatur
– M. Strub, Deux maîtres de la sculpture suisse du XVIe siècle, 1962

Autorin/Autor: Marianne Rolle / BE