Safenwil

Polit. Gem. AG, Bez. Zofingen. Dorf in einer Quermulde zwischen dem unteren Wigger- und Suhrental, im Norden an den Kt. Solothurn angrenzend. 924 Sabenewilare. 1764 506 Einw.; 1798 713; 1850 1'200; 1900 1'347; 1950 1'919; 2000 3'128.

Röm. Gutshof an einem Saumpfad vom Wiggertal nach Vindonissa, Spuren einer alemann. Erdburg. Im 13. Jh. stand das Dorf unter der Herrschaft der Frh. von Belp. Im 14. Jh. übten die von Ifenthal auf der Burg Scherenberg die Herrschaft aus. 1415-1798 war S. Gerichtsort der Gem. S. und Uerkheim im bern. Amt Lenzburg. 1415 übernahm Bern die hohe Gerichtsbarkeit, die niedere lag ab 1458 beim Solothurner Amt Gösgen, 1665 ging sie an Bern über. 1803 wurde S. dem aarg. Bez. Zofingen zugeteilt. 1304 errichtete das Chorherrenstift Zofingen die St. Ulrichskapelle, die Bern nach der Reformation zerstörte. S. war vor der Reformation nach Gretzenbach, 1528-1616 nach Zofingen und ab 1616 nach Kölliken kirchgenössig. 1865 bildete sich die Kirchgemeinde S., die 1866-67 eine eigene Kirche errichtete.

Um 1770 legte Bern die Staatsstrasse Bern-Zürich an, die über S. führte. 1877 erhielt S. Anschluss an die Nationalbahnstrecke Aarau-Zofingen. Seit 1967 durchschneidet die Autobahn A1 die Gemeinde. Im 18. Jh. breitete sich die Heimweberei aus. Um 1820 entstand die erste Fabrik, die Weberei und Färberei Hüssy auf dem Striegel, die bis 1934 produzierte. 1897 nahm die Strickerei Hochuli bei der Bahnstation den Betrieb auf. Im 19. und 20. Jh. kamen Arbeitsplätze in weiteren Fabriken hinzu, zudem pendelten Einwohner nach Zofingen und Schönenwerd (Bally). 1920 arbeiteten 14% der Erwerbstätigen in der Landwirtschaft und 75% in Gewerbe und Industrie; 2005 19% in Gewerbe und Industrie sowie 77% im Dienstleistungssektor. 1951 siedelte sich die Autoimportfirma Emil Frey in S. an, die mit rund 230 Beschäftigten (2009) den lokalen Arbeitsmarkt und das Dorfbild prägt. Schulhausbauten erfolgten 1730, 1829-30, 1908, 1969 und 1999.


Literatur
– R. Hilfiker-Schudel, Kirchen- und Dorfgesch. von S., 1966
Die Aargauer Gem., 1990, 428 f.

Autorin/Autor: Christian Lüthi