Reitnau

Polit. Gem. AG, Bez. Zofingen. Dorf am westl. Rand des Suhrentals, im Süden an den Kt. Luzern angrenzend. 1045 Reitinouwa. 1764 461 Einw.; 1850 1'082; 1900 812; 1950 915; 1990 904; 2000 1'143. Ursprünglich war R. Eigengut der Gf. von Lenzburg, die das Dorf und die Kirche vor 1045 dem Kloster Schänis vermachten. Dieses liess den Besitz durch einen Meier verwalten. 1415-1798 gehörte R. zur bern. Landvogtei Lenzburg. Schänis übte weiterhin die niedere Gerichtsbarkeit aus. 1803 wurde R. eine polit. Gemeinde im neuen Kt. Aargau. Der Kirchensatz wechselte 1807 vom Kloster Schänis in private Hände und wurde 1850 vom Kanton übernommen. Eine Kirche existierte bereits um 900, der heutige Bau stammt von ca. 1522. 1873 bezog die Gem. das erste Schulhaus, 1905 erhielt sie eine Bezirksschule. Bis ins 19. Jh. war das Dorf landwirtschaftlich geprägt, ab dem 18. Jh. brachte die Heimweberei zusätzl. Verdienst. 1900-33 existierte eine Filiale der Schuhfabrik Bally. Nach 1990 geriet R. ins Einzugsgebiet der Agglomerationen Zofingen und Aarau. 2005 stellte der 2. Sektor 35%, der 3. 41% der Arbeitsplätze in der Gemeinde.


Literatur
Die Aargauer Gem., 1990, 424 f.
Zofinger Tbl., 27.6.1995, (Beilage)

Autorin/Autor: Christian Lüthi