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Stampfer, Jakob

geboren 1505/06 Zürich, gestorben 2.7.1579 Zürich, ref., von Zürich. Sohn des Hans Ulrich, Goldschmieds und Zeugherrn, und der Regula Funk. ∞ 1) Margaretha von Schonau, Tochter des Hans, 2) Anna Weber, Witwe des Jakob Kilchsperger. Ausbildung zum Goldschmied, Medailleur und Stempelschneider in der väterl. Werkstatt und in süddt. Städten. 1533 Meister und Mitglied der Kämbelzunft, 1544 deren Vertreter im Zürcher Gr. Rat, 1555 Kleinrat, 1560 Statthalter, 1570-77 Landvogt von Wädenswil. 1539 Münzprüfer, spätestens ab 1550 auch Edelmetallprüfer für alle Goldschmiedearbeiten in Zürich, bei dem auch umliegende Orte und Städte ihre Erzeugnisse kontrollieren liessen. S. gilt als künstlerisch bedeutendster Zürcher Goldschmied seiner Zeit. Als meisterhafter Porträtist von Gelehrten und Reformatoren schuf er u.a. die bekannte Bildnismedaille von Huldrych Zwingli. Daneben sind die wenigen erhaltenen Pokale hervorzuheben sowie die Medaille mit den Wappen der 13 Orte von 1548, ein Geschenk der Eidgenossenschaft für Kg. Heinrich II. von Frankreich zur Geburt von dessen Tochter, und der sog. Reisetaler von 1550 zur Bekehrung des Apostels Paulus, der eine Reihe von Stadtdarstellungen bedeutender Künstler einleitete.


Literatur
– E. Hahn, Jakob S., Goldschmied, Medailleur und Stempelschneider von Zürich, 1505-1579, 1915
Zürcher Kunst nach der Reformation, Ausstellungskat. Zürich, 1981, 27-32

Autorin/Autor: Martin Lassner