• <b>Hans Heinrich Rahn</b><br>Titelseite der in Zürich veröffentlichten ersten deutschsprachigen Darstellung der neuen algebraischen Theorien, 1659 (Zentralbibliothek Zürich, Abteilung Alte Drucke und Rara).

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Rahn, Hans Heinrich

geboren 10.3.1622 Töss, gestorben 27.5.1676 Zürich, ref., von Zürich. Sohn des Hans Heinrich ( -> 4). Neffe des Hans Rudolf ( -> 7). ∞ 1642 Elisabeth Holzhalb, Tochter des David, Pfarrers. Ab 1642 Vertreter der Widderzunft im Zürcher Gr. Rat und ab 1669 im Kl. Rat. Ab 1651 Unterzeugherr, vermittelte 1653 den Ankauf von gebrauchten schwed. Geschützen, der sog. Benfelder Artillerie. 1658-64 Landvogt von Kyburg, danach Eröffnung einer Seidenmanufaktur am Neumarkt in Zürich, 1670 Obervogt von Küsnacht, 1672 Oberzeugherr, 1674 Seckelmeister. R.s Interesse an mathemat. Fragen wurde vermutlich durch Hans Georg Werdmüller geweckt. 1654-58 führte ihn John Pell, der diplomat. Vertreter Cromwells in Zürich, in die Lehre der Algebra ein. 1659 veröffentlichte R. seine "Teutsche Algebra" (erweiterte, aber unveröffentlichte lat. Fassung 1667), die erste deutschsprachige Darstellung der neuen algebraischen Theorien von François Viète und René Descartes. Das Werk bespricht zunächst die sechs arithmet. Grundoperationen (Addieren, Subtrahieren, Multiplizieren, Dividieren, Potenzieren und Radizieren) sowie die Lehre von den Gleichungen (erstmaliges Auftreten des heutigen Divisionszeichen in einem gedruckten Werk). Anschliessend bringt es eine Vermischung von Aufgaben aus der Lehre der Gleichungen mit trigonometr. und einfacheren analytisch-geometr. Untersuchungen unter Anlehnung an ältere Mathematiker. 1668 publizierte Thomas Brancker unter Mitwirkung von Pell eine engl. Übersetzung der Algebra, wodurch das Werk allg. Verbreitung fand. Daneben interessierte sich R. auch für Astronomie und Optik. Er entwarf einen immerwährenden Kalender und beschäftigte sich mit der Voraussage von Finsternissen und Kometen, bekämpfte aber die Astrologie.

<b>Hans Heinrich Rahn</b><br>Titelseite der in Zürich veröffentlichten ersten deutschsprachigen Darstellung der neuen algebraischen Theorien, 1659 (Zentralbibliothek Zürich, Abteilung Alte Drucke und Rara).<BR/><BR/>
Titelseite der in Zürich veröffentlichten ersten deutschsprachigen Darstellung der neuen algebraischen Theorien, 1659 (Zentralbibliothek Zürich, Abteilung Alte Drucke und Rara).
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Archive
– StadtB Winterthur, Manuskripte und Briefe
– ZBZ
Literatur
– R. Wolf, Biogr. zur Kulturgesch. der Schweiz 4, 1862, 55-66
– W. Schnyder-Spross, Die Fam. R. von Zürich, 1951, 262-293
– C.J. Scriba, «John Pell's English Edition of J.H.R.'s Teutsche Algebra», in For Dirk Struik, hg. von R.S. Cohen et al., 1974, 261-274
– R. Acampora, «Johann Heinrich R. und seine Teutsche Algebra», in Visier- und Rechenbücher der frühen Neuzeit, hg. von R. Gebhardt, 2008, 163-178 (Werkverz.)

Autorin/Autor: Erwin Neuenschwander