No 6

Holzhalb, Hans Heinrich

geboren 13.8.1564 Zürich,gestorben 21.4.1637 Zürich, ref., von Zürich. Sohn des Heinrich ( -> 8) und der Anna Meyer. ∞ 1) 1587 Elisabeth Rubli, Tochter des Georg, Junkers, 2) 1603 Anna Stoll, 3) 1611 Catharina von Schönau, Tochter des Jakob, Obersten, 4) Veronika Göldli von Tiefenau, Tochter des Beat Rudolf. Obschon H. 1591 als Gemeinder seines Onkels Leonhard ( -> 10) bei der Buratfabrikation auftritt, kann er nicht als Textilunternehmer bezeichnet werden. Sobald es ihm altersmässig möglich war, wandte er sich mit grossem Ehrgeiz der polit. Karriere und dem Staatsdienst zu. 1592 trat er im Gr. Rat erstmals in Erscheinung als Mitglied der Kämbelzunft, der er 1595-1617 als Zunftmeister vorstand. Sukzessive erlangte er weitere politisch wichtige und lukrative Ämter: 1595 wurde er Vogt von Küsnacht, 1602 Statthalter und Pannerherr, 1604 Obristmeister, Kammerherr und Vogt im Freiamt sowie 1608 Obmann gemeiner Klöster. 1617 brach H. in Graubünden eine seiner vielen diplomat. Missionen unvermittelt ab, als er erfuhr, dass sein Onkel Leonhard, der Bürgermeister, im Sterben lag. Mit Erfolg betrieb er noch im selben Jahr seine eigene Ernennung zum Nachfolger. H. führte die Politik seines Onkels weiter und tat alles, um das gute Verhältnis zu den kath. Orten und deren Verbündeten zu erhalten. Grossen Rückhalt gaben ihm die in fremden Diensten stehenden Offiziere und die Grosskaufleute. Die zahlreiche Gegnerschaft scharte sich um den Antistes Johann Jakob Breitinger, der mit Hilfe des schwed. Königs Gustav Adolf die Stellung der ref. Orte auf Kosten der katholischen verbessern wollte. H. gehörte auch jenem Teil der Zürcher Aristokratie an, die ihren Reichtum zur Schau stellte. So liess er 1615 das Haus zum Wilden Mann mit dem damals prunkvollsten Innenausbau erstellen.


Literatur
NZZ, 1942, Nr. 1134
– U. Pfister, Die Zürcher Fabriques, 1992

Autorin/Autor: Martin Lassner