Wallbach

Polit. Gem. AG, Bez. Rheinfelden. Haufendorf am Rhein im Fricktal. 1283 Walabuch. 1768 290 Einw.; 1850 638; 1900 661; 1950 734; 1980 1'068; 2000 1'526. Hinweise auf jungsteinzeitl. Siedlungsstellen. Nordflügel eines röm. Gutshofs aus dem 1. oder 2. Jh. in den Bündten, drei Wachttürme des spätantiken Limes in der Stelli, Unter der Halde sowie unter dem Haus Businger. Alemann. Gräber. Bis zum Übergang des Fricktals zum Kt. Aargau 1803 war W. mit Mumpf in einer Vogtei der vorderösterr. Herrschaft Rheinfelden vereint. Die niederen Gerichte gehörten ursprünglich zum säcking. Dinghof Stein, kamen dann an den Kirchherrn zu Mumpf und schliesslich an die Landesherrschaft. Wichtigster Grundherr blieb das Stift Säckingen. W. und Mumpf bildeten einen Pfarrsprengel unter dem Patronat des Klosters Säckingen. 1698 wurde die Kapelle St. Sebastian und St. Rochus erstellt. 1898 ging sie von der röm.-kath. an die christkath. Gemeinde über; Erstere nutzte die 1892 gebaute Marienkirche. Seit 1939 bildet W. eine eigene Pfarrei. Gülten eines St.-Afra-Guts vom 14. bis ins 18. Jh. weisen auf eine weitere, heute verschwundene Kapelle hin. Neben einer bescheidenen Landwirtschaft stellten Flösserei, Schifffahrt und Fischerei im Rhein die Lebensgrundlagen des Dorfs dar. W. war mit Mumpf Mitglied der Rheingenossenschaft. Hungersnöte um 1850 zogen eine Auswanderungswelle nach sich. Die Industrialisierung in Säckingen brachte neue Arbeitsplätze, eine neue Fähre führte die Arbeiter über den Rhein. Nach dem 2. Weltkrieg wandelte W. sich zum Industriestandort. In den 1970er Jahren setzte eine markante Bevölkerungszunahme und eine Entwicklung zur Wohngemeinde ein.


Literatur
– F. Jehle, Gesch. der Gem. Mumpf, 1971 (22005)
– M. Hartmann, H. Weber, Die Römer im Aargau, 1985, 205 f.
– R. Taugwalder-Sarasin, Aus der Gesch. des Fricktaler Dorfes W., [1989]
Die Aargauer Gem., 1990, 392 f.
Kdm AG 9, 2011, 423-428

Autorin/Autor: Dominik Sauerländer