23/01/2003 | Rückmeldung | PDF | drucken | 

Buch am Irchel

Polit. Gem. ZH, Bez. Andelfingen, mit Ober- und Unterbuch am Nordosthang des Irchels, den Fraktionen Wiler, Bebikon, Desibach und Oberhueb. 1855 kam die Zivilgem. Gräslikon zu Berg am Irchel. Um 1238 Buoch, 1244 Bebinchon. 1634 311 Einw.; 1736 600; 1850 840 (mit Gräslikon); 1900 516; 1950 445; 2000 728. Röm. Siedlungsspuren wurden bei der Kirchenrenovation 1965 entdeckt. Nach der Hauschronik des Ortlieb von Zwiefalten (um 1135) soll das Dorf B. mit 20 Huben und der Pfarrkirche von Gf. Kuno (von Wülflingen) dem Kloster Zwiefalten geschenkt, auf Betreiben der Erben (Gf. von Horburg) die Vergabung aber wieder rückgängig gemacht worden sein. Gesichert ist B. im Habsburg. Urbar als Teil des Amts Winterthur. Im SpätMA bildete B. hoch- und niedergerichtl. eine Einheit mit Wülflingen. 1460 gingen die mit der Gerichtsherrschaft Wülflingen-B. belehnten Herren von Rümlang ein Burgrecht mit der Stadt Zürich ein. Dadurch errang Zürich Steuerhoheit und Mannschaftsrecht über B. Erst 1761 jedoch wurde B. in die Landvogtei Andelfingen eingegliedert. Die Pfarrkirche wird 1238/39 als Besitz der Gf. von Kyburg wieder fassbar. 1444 inkorporierten die Habsburger, Rechtsnachfolger der Kyburger, das Gotteshaus dem Chorherrenstift Heiligenberg bei Winterthur. Nach der Reformation fiel die Kollatur an Zürich. Nach erfolglosen Petitionen an den Zürcher Gr. Rat erstellte die Gem. selbst von 1844 an Verbindungsstrassen, z.T. in Fronarbeit. 1924 wurde der Postautokurs Winterthur-B.-Flaach eingerichtet, 1930 der Aussichtsturm Irchel-Heerenbänkli erstellt (Neubau 1983). Die jüngste Bautätigkeit beschränkte sich auf ein Einfamilienhausquartier zwischen den beiden Dorfkernen. Nach der Güterzusammenlegung und Melioration von 1951 (Wald 1974) fanden mehrere Aussiedlungen statt; die Zahl der Bauernbetriebe sank stark. Trotz 57% Wegpendlern ist B. mit 54% in der Gem. Erwerbstätigen im 1. Sektor (1990) vorwiegend agrarisch geblieben. Unlängst ist es gar zu einer Intensivierung des Weinbaus gekommen. Sagenumwoben ist die Blutbuche auf dem Stammberg, das Wahrzeichen der Gemeinde.


Literatur
– S. Berger et al., B. in vergangenen Zeiten, 1989

Autorin/Autor: Martin Illi