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Magden

Polit. Gem. AG, Bez. Rheinfelden. Haufendorf im Fricktal mit Igligerhof sowie früher auch der abgegangenen Ortschaft Deschlikon. 804 in curte Magaduninse. 1768 689 Einw.; 1850 1'075; 1900 894; 1950 975; 1960 1'107; 2000 3'043. Jungsteinzeitl. Siedlungsstelle. Röm. Einzelfunde. Zwei leere alemann. Steinkistengräber. Die Gf. von Thierstein und in ihrer Nachfolge Habsburg-Österreich (Herrschaft Rheinfelden) übten bis 1797 die Landesherrschaft sowie Twing und Bann aus. 1803 kam M. mit dem Fricktal zum Kt. Aargau. Auf eine fränk. Gründung weist das Martinspatrozinium der Kirche hin. Der Kirchensatz gelangte 1036 von Gf. Ulrich I. von Lenzburg an das Chorherrenstift Beromünster und von da 1351 an das Kloster Olsberg. Die jetzige Kirche wurde 1620 erbaut und 1811 mit drei Altären aus dem aufgehobenen Kapuzinerkloster Rheinfelden versehen. 1806 gelangte sie an den Staat Aargau. M. trat 1872 zum christkath. Glauben über; die christkath. Gemeinde erhielt 1906 die Kirche. Seit 1969 existiert eine röm.-kath. Kirche, seit 1976 ein Zentrum für die ref. Kirchgemeinde. In das Bruderhaus Iglingen bei der 1360 bezeugten Kapelle St. Niklaus zogen 1465 Tertiarinnen ein; im späten 16. Jh. wurden das Schwesternhaus und die 1509 geweihte Kirche - seit dem Brand von 1860 steht nur mehr der Chor, der heute als Kapelle dient - vom Kloster Olsberg inkorporiert. Die erste Schule in M. wurde 1761 eröffnet. Ende des 19. Jh. löste der Obst- (v.a. Kirschen) den Weinbau ab. Die chem. Industrie im Fricktal bot nach dem 2. Weltkrieg neue Arbeitsplätze. Zahlreiche Wegpendler wohnen in neuen Einfamilienhausquartieren der heutigen Wohngemeinde.


Literatur
– G. Boner, «Iglingen im Fricktal», in Vom Jura zum Schwarzwald 57, 1983, 5-17; 59, 1985, 61-82
M., 2004

Autorin/Autor: Dominik Sauerländer