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No 1

Ninguarda, Feliciano

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geboren um 1524 Morbegno,gestorben 5.1.1595 Como, kath., aus Bormio. Sohn des Marco, Hauptmanns in mailänd. Diensten. Nach einer Ausbildung in den Dominikanerklöstern von Morbegno und Mailand trat N. 1549 in Morbegno dem Orden bei. 1556 hielt er sich zur Klosterreform in Wien auf und wirkte ab 1559 für den Ebf. von Salzburg, u.a. als dessen Prokurator am Trienter Konzil. 1572 war N. Beauftragter für die Reform der Mendikantenklöster in Österreich und Böhmen, 1577-83 Bf. von Scala bei Amalfi, 1578-83 Nuntius in Süddeutschland, 1583-88 Bf. von Sant'Agata dei Goti (Benevento), 1588-95 Bf. von Como. Als Nuntius für Süddeutschland wirkte N. vorwiegend in Bayern, Tirol, Salzburg und in der Steiermark. Die Ausweitung seiner Vollmachten auf die kath. Orte und Rätien erhielt er 1579, fast gleichzeitig wie Nuntius Giovanni Francesco Bonomi. Als Bündner Untertane mit den Verhältnissen im Bistum Chur vertraut, versuchte er 1577-80 vergeblich, Bf. Beatus a Porta zur Rückkehr nach Chur zu bewegen und dessen Nachfolge mit der Ernennung des St. Galler Abtes Joachim Opser als Koadjutor mit Nachfolgerecht zu regeln. Diese geheim gehaltene Ernennung (1579) sowie N.s in Luzern und Feldkirch geführten Verhandlungen mit den kath. Orten und Vertretern der Drei Bünde blieben zunächst fruchtlos. A Porta resignierte 1580 auf Drängen Bonomis. N. setzte ferner die Resignation von Christoph Funk, dem Abt von Petershausen bei Konstanz, durch und förderte eine Allianz der kath. Orte mit dem Fürstbischof von Basel. 1586 wurde die Ernennung N.s zum regulären Nuntius in Luzern bloss erwogen. Als Bf. von Como visitierte er 1589 und 1593 die Pfarreien im Veltlin und 1591 jene im Tessin. N. entsprach dem Ideal eines trident. Reformbischofs.


Literatur
HS I/1, 43; I/6, 189 f.
Feliciano N. riformatore cattolico, hg. von G. Perotti, S. Xeres, 1999 (mit Werkverz. und Bibl.)

Autorin/Autor: Pierre Surchat