No 8

Savoyen, Humbert von

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geboren um 1377, gestorben 14.10.1443 Estavayer-le-Lac, begraben Dominikanerinnenkloster. Illegitimer Sohn des Amadeus VII. ( -> 3) und der Françoise Arnaud, aus Bourg-en-Bresse. Ledig. S. wuchs am väterl. Hof auf und erhielt den Beinamen "der Bastard". 1396 nahm er am Türkenkreuzzug teil, geriet in Nikopol am Schwarzen Meer in Gefangenschaft, wurde 1402 befreit und kehrte 1403 wieder zurück. Im Dienst seines Halbbruders, Hzg. Amadeus VIII. (des späteren Papstes Felix V.), übernahm er zahlreiche diplomat. und militär. Missionen. S. besass mehrere Herrschaften in der Waadt, u.a. Estavayer, wo er öfters residierte und das Schloss Chenaux umbauen liess. Amadeus VIII. bestätigte und erweiterte S. waadtländ. Besitztümer in seinem Testament von 1439. Ausserdem erhielt S. von seinem Halbbruder eine Apanage. Sie umfasste u.a. die zur Grafschaft erhobene Kastlanei Romont, welche die Nordostgrenze des Herzogtums S. schützen sollte. S. Werdegang ist bezeichnend für die gute Integration adliger Bastarde in den Dienst spätma. Fürsten.


Literatur
HS IV/5, 662
– G. Castelnuovo, «Humbert le Bâtard», in L'itinérance des seigneurs (XIVe-XVIe siècles), hg. von A. Paravicini Bagliani et al., 2003, 5-25
– A. de Riedmatten, Humbert le Bâtard, 2004

Autorin/Autor: Bernard Andenmatten / MD