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Savoyen, Amadeus VI. von

geboren 4.1.1334 Chambéry, gestorben 1.3.1383 Santo Stefano (Molise), begraben 8.5.1383 Hautecombe (Savoyen). Sohn des Aymon, Gf. von S., und der Jolanda von Montferrat. ∞ 1355 Bonne von Bourbon ( -> 5). Nach dem Tod seines Vaters 1343 stand S. bis zu seiner Volljährigkeit 1348 unter der Vormundschaft von Ludwig II. von S.-Waadt ( -> 17) und Amadeus III., Gf. von Genf. Er wurde der Grüne Graf genannt. Während seiner Regierungszeit baute er die Verwaltung S.s aus und festigte den territorialen Zusammenhalt. 1355 gliederte er der Grafschaft das Faucigny und das Pays de Gex an, 1359 kaufte er die Apanage der S.-Waadt (Freiherrschaft Waadt, Kastlaneien Bugey und Valromey). S. band den jüngeren Zweig der S.-Achaia an sich. Im Zug seiner offensiven Politik im Wallis plünderte er 1352 Sitten. S. orientierte sich am Königtum und entwickelte eine von ritterl. Werten geprägte Rede- und Handlungskultur. Er liess Turniere abhalten, gründete den Halsbandorden und führte 1366-67 einen Kreuzzug gegen die Türken und Bulgaren. S. starb auf einem Feldzug zur Unterstützung Ludwigs von Anjou im Königreich Neapel.


Literatur
DBI 2, 743-747
– E.L. Cox, The Green Count of Savoy Amadeus VI and Transalpine Savoy in the Fourteenth Century, 1967
– N. Pollini, La mort du Prince: rituels funéraires de la Maison de Savoie (1343-1451), 1994

Autorin/Autor: Bernard Andenmatten / EM