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Savoyen, Amadeus V. von

geboren um 1252/53 Le Bourget (Savoyen),gestorben 16.10.1323 Avignon, begraben Hautecombe (Savoyen). Sohn des Thomas, ehem. Grafen von Flandern, und der Beatrice Fieschi, Nichte von Papst Innozenz IV. Enkel von Thomas I. ( -> 21), Neffe von Peter II. ( -> 19). ∞ 1) 1272 Sibylle de Bâgé, Erbin der Bresse, Tochter des Guy, 2) 1298 Marie von Brabant, Tochter des Hzg. Johann I. Bis 1283 lebte S. am engl. Hof und kehrte nach dem Tod seines Onkels Philipp ( -> 20) 1285 nach S. zurück. Nach heftigen Auseinandersetzungen mit seinem Bruder Ludwig I. ( -> 16) und seinem Neffen Philipp wurde er Gf. von S. Während seiner Regierungszeit, die von vielen Kriegshandlungen geprägt war, festigte sich der savoy. Einflussbereich in der Westschweiz, insbesondere gegenüber den Habsburgern, mit denen S. 1310 einen Friedensvertrag schloss. S. beteiligte sich am Romzug zur Kaiserkrönung seines Schwagers Heinrich VII. 1312. Dieser erhob ihn 1313 zum Reichsfürsten.


Literatur
– G. Tabacco, «Il trattato matrimoniale sabaudo-austriaco del 1310 e il suo significato politico», in Bollettino storico-bibliografico subalpino 49, 1951, 5-62
DBI 2, 741-743
– G. Coutaz, «Die Reichsarchivalien in Turin und die Beziehungen des Hauses S. zu Heinrich VII.», in Mitt. des Inst. für österr. Geschichtsforsch. 89, 1981, 241-267
– B. Andenmatten, «Le comte de Savoie Amédée V et le nerf de la guerre», in Etudes savoisiennes 4, 1995, 19-31

Autorin/Autor: Bernard Andenmatten / EM