15/05/2014 | Rückmeldung | PDF | drucken

Aristau

Polit. Gem. AG, Bez. Muri, umfasst die Ortschaften A., Birri und Althäusern; am Osthang des Wagenrains über der Reusstalebene gelegen. 1153 Arnestowo, Althusern, Birchi. 1836 886 Einw.; 1850 937; 1900 753; 1950 785; 2000 1'197. Einzelfund aus Latènezeit. Urspr. Sitz eines lenzburg. Dienstmannengeschlechts; spätma. Güterbesitz der Herren von Baar und des Klosters Muri, das ab 1285 Gericht und Zehnten besass. 1351 verkaufte Katharina von Baar ihre Güter Hartmann von Heidegg. Nach der Zerstörung des Turms durch die Luzerner und Zürcher 1386 ging der Baumgarten vor dem Turm durch Kauf an das Kloster Hermetschwil, der übrige Besitz ans Kloster Muri. Die urkundl. nicht erw. Burgruine Werd, an der Grenze zum Dorf Werd gelegen, war verm. Sitz der Herren von A. Bis 1942 nach Muri kirchgenössig, wurde A. mit der Einweihung der Wendelinskirche 1943 als "Reusstalpfarrei" selbständig (schon 1845 geplant). Die Kapelle St. Johannes Baptista und Evangelista im Dorfzentrum, 1360/70 als ehem. Filialkirche von Muri erw., wurde 1521 neu erbaut, 1734 vergrössert und 1972 renoviert.

1750 führte A. ein bedeutendes Einzugsgeld ein. 1816 entstand die heutige Gemeinde. Die Ortsbürgergem. der drei Dörfer vereinigten sich erst 1912. Neben der dominierenden Landwirtschaft und dem auf deren Bedürfnisse ausgerichteten Gewerbe arbeiteten die Einw. ab dem 19. Jh. als Heimarbeiter für die Zürcher und Freiämter Textil- und Strohindustrie. Daneben Abbau von Torfvorkommen, v.a. 1939-45. 1990 waren zwei Drittel der in A. Erwerbstätigen im 3. Sektor beschäftigt. Period. Reussüberschwemmungen führten 1910 und 1953 zu Dammbrüchen. Das kant. Gesetz von 1969 über den Hochwasserschutz, die Entwässerung und die Bodenverbesserung brachte A. wesentl. strukturelle Verbesserungen für die Landwirtschaft durch Güterregulierung, Ausscheidung von Naturschutzgebieten, Wegerschliessung und Entwässerung.


Literatur
Kdm AG 5, 1967, 15-22
– B. Burkard, Drei Dörfer, eine Gem., 1991

Autorin/Autor: Anton Wohler