Niederlenz

Polit. Gem. AG, Bez. Lenzburg. Strassendorf am Unterlauf des Aabachs mit Siedlungskern bei der Brücke, auf die Hochterrassen ausgreifend. 924 de Lencis, 1261-64 Nider-Lenz. 1764 293 Einw.; 1850 779; 1900 995; 1950 1'987; 2000 3'846. Siedlungsstelle aus der mittleren Bronzezeit, röm. Gutshof. Hochgericht zur Burg Lenzburg gehörig, gelangte 1433 mit dem Niedergericht durch Kauf von den Habsburgern an die Stadt Bern. Niedergericht zwischen 1550 und 1560 mit Staufen, Rupperswil und Hunzenschwil zusammengelegt, Dinghof. 1480 Dorfordnung mit Vierer und Förster. 1461 erstmals erw. Mühle von Hans Heinrich von Rinach verliehen und 1486 an Hans von Hallwyl verkauft, stand lange im Besitz der Fam. Kull. Kirchgenössig nach Staufberg, 1949 eigene Kirche, 1990 eigene Kirchgemeinde. 1755 Bau der Indiennedruckerei Vaucher; 1810 entstand daraus die Baumwollspinnerei und Weberei Hünerwadel, Umwandlung in Leinenweberei (Schweiz. Leinenindustrie, 1972 Hetex Garn AG), die um 1960 etwa 600 Arbeitskräfte v.a. ausländ. Herkunft beschäftigte und 1996 den Betrieb einstellte. Im 19. Jh. entstanden weitere Fabriken entlang des Aabachs. 2005 stellte der 2. Sektor 41% der Arbeitsplätze in der Gemeinde. 2009 lehnte N. die Vorbereitung einer Fusion mit Lenzburg ab.


Literatur
Chronik der Gem. N., 1989
– K. Badertscher, Leinenweber am Aabach, 2004

Autorin/Autor: Felix Müller (Brugg)