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Frêne, Théophile Rémy

geboren 17.6.1727 Orvin, gestorben 15.6.1804 Tavannes, ref., von Reconvilier, Biel (1746) und La Neuveville (1765). Sohn des Rémy, Pfarrers, und der Susanne Bosset. ∞ 1758 Marie-Marguerite Imer, Tochter des David Imer. F. wurde zunächst im Pfarrhaus von Péry erzogen und erhielt danach Privatunterricht in Basel. Stud. der Theologie in Bern, Ordination im Mai 1745. 1759 Diakon von Erguël und ab 1760 Pfarrer in Courtelary. F. liess sich in der Kirchgemeinde Tavannes-Chaindon nieder, wo er 1763 Pfarrer wurde und daselbst im Amt verstarb. Als Vertreter der Aufklärung stand F. dem deutschschweiz. Protestantismus (v.a. baslerischer und zürcherischer Ausprägung) wie auch dem Katholizismus (Besuche der Abtei Bellelay) offen gegenüber. Er verfasste eine Abhandlung gegen den Spinozismus, eine Widerlegung von Jean-Jacques Rousseaus "Discours sur les sciences et les arts", eine Abhandlung über die Landwirtschaft mit dem Titel "Des Montagnes du Mont Jura", die 1767 von der Ökonom. Gesellschaft Biel ausgezeichnet wurde, und übersetzte aus dem Deutschen, u.a. die "Vollständige Geographie" von Johannes Huebner. Ferner initiierte F. das "Abrégé de l'histoire et de la statistique du ci-devant évêché de Bâle", die erste Geschichte franz. Sprache des Fürstbistums Basel. Veröffentlicht wurde sie von Charles-Ferdinand Morel, der auch die postume Ausgabe von F.s "Cléobule ou Pensées diverses d'un pasteur de campagne" übernahm. Als Paradebeispiel des ländl. Gelehrten des 18. Jh. ist F. v.a. für seine umfangreichen Tagebücher bekannt, die er von seinem 15. Altersjahr bis zu seinem Tod schrieb. Sie bilden eine wichtige Quelle für die Geschichte des Bistums Basel. Aufbewahrt werden sie im Neuenburger Staatsarchiv.


Werke
Journal de ma vie, hg. von A. Bandelier et al., 5 Bde., 1993-94, (mit Reg. und Dok.)

Autorin/Autor: André Bandelier / MD