13/01/2003 | Rückmeldung | PDF | drucken

Brunegg

Polit. Gem. AG, Bez. Lenzburg. Haufendorf am Südrand des Birrfelds mit gleichnamigem Schloss auf dem Grat des Kestenbergs. 1. Hälfte 12. Jh. Bruneco, 1273 Brunegge. 1798 180 Einw.; 1850 277; 1870 305; 1900 244; 1920 224; 1950 297; 2000 466.

Die auf dem letzten Ausläufer der südl. Jurakette erbaute Burg wurde vermutlich im 13. Jh. wie die 4 km entfernte Wildegg als Vorwerk der Habsburg errichtet und von habsburg. Dienstmannengeschlechtern (u.a. Schenken von B., Gessler von Meienberg) bewohnt. Ihre Besatzung ergab sich den Bernern 1415 erst nach Widerstand. Bern vergab das Lehen neu, u.a. an die Segenser (Segesser). 1538-1798 war die Burg dem Landvogt auf der Lenzburg unterstellt. 1815 gelangte sie in den Besitz der Lenzburger Fam. Hünerwadel, die sie über Heirat an die heutige Besitzerfam. von Salis weitervererbte. Die jahrhundertelang nur schlecht unterhaltene, im 17. Jh. durch Sturm und Gewitter zweimal stark beschädigte Burg präsentiert sich seit einem Umbau 1805-06 mit Palas und dem Rest des Bergfrieds unter einem durchgezogenen Satteldach. Der Anlage der Burg verdankt das Dorf B. Namen und Existenz. Es gehörte zum habsburg. Eigenamt, das Niedergericht lag seit dem 14. Jh. in den Händen der Burginhaber. Bern schlug B. zum Gericht Othmarsingen seines Oberamts Lenzburg. Im 19. Jh. zählte B. erst zum Bez. Brugg, seit 1840 zum Bez. Lenzburg. Kirchgenössig nach Windisch, seit 1526 nach Birr, eigene ref. Kirche seit 1967. B. blieb bis ins 20. Jh. ein Bauerndorf mit Getreidebau und etwas Rebbau am Berg (1950 24% Erwerbstätige im 1. Sektor; 1990 5% im 1., 28% im 2. und 67% im 3. Sektor). Die 1970 eröffnete Autobahn A1 berührt B. an der südöstl. Gemeindegrenze; der eine Ast des Anschlusses Mägenwil liegt auf Gemeindegebiet, was zur Ansiedlung mehrerer verkehrsabhängiger Logistikbetriebe führte. Das Arbeitsplatzangebot übersteigt seit 1990 die Zahl der Einwohner geringfügig. Der Wohnbau setzte in grösserem Ausmass erst in den 1980er Jahren ein.


Literatur
Kdm AG 2, 1953, 14-20

Autorin/Autor: Andreas Steigmeier