• <b>Adam Zeltner</b><br>Porträt im historisierenden Stil von  Johann Gotthard Müller,  um 1800 (Historisches Museum Basel). Die zeitgenössischen Porträts rücken die Bauernkriegsführer in der Regel in ein negatives Licht, die späteren stellen sie als zu Unrecht verurteilte Volkshelden dar. Die Hintergrundszene verweist auf Adam Zeltners Enthauptung in Zofingen.

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Zeltner, Adam

geboren 2.8.1605 Niederbuchsiten, gestorben 2.7.1653 Zofingen, kath., von Niederbuchsiten. Sohn des Hans, Bauern, und der Verena Burkhart. ∞ 1) 1629 Elisabeth Jäggi, 2) 1640 Elisabeth Kulli, Tochter des Ulrich, Müllers und Untervogts, Witwe des Adam Kölliker, Müllers. Nach dem Kluserhandel 1632 wurde Z. vom Vorwurf freigesprochen, Schuld am Tod mehrerer Berner zu tragen. Das Vermögen seiner zweiten Ehefrau machte ihn zu einem der wohlhabendsten Bauern im Gäu. Ab 1642/43 war er Untervogt im Oberen Amt Bechburg. Als Wortführer der solothurn. Aufständischen im Bauernkrieg wählte ihn die Bauernversammlung in Olten am 20.4.1653 zum Landeshauptmann. Er vertrat die Haltung, die Landbevölkerung sei mit der Obrigkeit zufrieden, es gelte jedoch, den Durchmarsch fremder Soldaten durch die Besetzung der Jurapässe zu verhindern. Damit verkannte Z. das Ausmass der bäuerl. Unzufriedenheit und wurde von radikalen Aufständischen angefeindet, behielt jedoch seine Führungsrolle. Er taktierte geschickt, indem er die Obrigkeit laufend informierte und in die lokalen Landsgemeinden einband, was am 20. Mai zur gütl. Beilegung des Konflikts in Solothurn beitrug. Am 21. Mai beteiligte er sich am Zug nach Bern, um auf Einladung Niklaus Leuenbergers zu vermitteln. Dabei scheint er sich als Interessenvertreter Solothurns, der mit Herrschaftsvertretern auf Augenhöhe verhandelte, verstanden zu haben. Unter eidg. Druck lieferte die Solothurner Obrigkeit Z. nach Zofingen aus, versuchte jedoch, seine Hinrichtung zu verhindern. Das exemplar. Urteil des eidg. Strafgerichts stand in keinem Verhältnis zu Z.s Rolle im Bauernkrieg, vielmehr diente es der Demütigung Solothurns durch Bern und Zürich. Nachdem sich seine Söhne zur Zahlung einer Busse an die Obrigkeit verpflichtet hatten, wurden die Güter der Fam. zurückgegeben. Sein Schicksal wurde von Josef Joachim in "Adam Z." (1888) dramatisch bearbeitet.

<b>Adam Zeltner</b><br>Porträt im historisierenden Stil von  Johann Gotthard Müller,  um 1800 (Historisches Museum Basel).<BR/>Die zeitgenössischen Porträts rücken die Bauernkriegsführer in der Regel in ein negatives Licht, die späteren stellen sie als zu Unrecht verurteilte Volkshelden dar. Die Hintergrundszene verweist auf Adam Zeltners Enthauptung in Zofingen.<BR/>
Porträt im historisierenden Stil von Johann Gotthard Müller, um 1800 (Historisches Museum Basel).
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Literatur
– F. von Arx, «Untervogt Adam Z. und seine Teilnahme am Bauernaufstand 1653», in Bilder aus der Solothurner Gesch. 1, 1939, 164-228
– H. Sigrist, «Der solothurn. Bauernführer Adam Z.», in Jurabl. 15, 1953, 141-149
SolGesch. 2, 328-352

Autorin/Autor: Anna C. Fridrich