Zeihen

Polit. Gem. AG, Bez. Laufenburg. Dorf im oberen Fricktal an der Bözbergbahnlinie mit den Dorfteilen Ober- und Unterzeihen und acht Höfen (darunter dem zwischen 1303 und 1308 erw. Iberghof); bis zur Vereinigung von Ober- und Niederzeihen zu einer Pfarrei- und Einwohnergemeinde 1852 gehörte Oberzeihen zur Gem. Herznach. Zwischen 1303 und 1308 ze Eigen, 1310 Zeyen. 1768 193 Einw.; 1850 457 (nur Niederzeihen); 1900 614; 1950 764; 2000 863. Röm. und frühma. Siedlungsfunde. Z. entstand als Ausbausiedlung des säcking. Dinghofs Hornussen. Iberg ist eine spätma. Kolonie von Z. Der Hof Z. bildete eine eigene Wirtschafts- und Rechtsgemeinschaft, im 14. Jh. als Lehen der Herren von Wieladingen, dann der Effinger von Wildegg. 1612 erfolgte der Rückkauf durch das Stift. Bis 1797 unterstand Z. der vorderösterr. Herrschaft Rheinfelden, seit 1803 ist es eine Gem. des Kt. Aargau. In Niederzeihen wurde 1700, in Oberzeihen 1755 eine Kapelle gebaut (1841 Neubau am heutigen Standort); die Kirche St. Karl Borromäus wurde 1821-28 errichtet und 1966 durch einen Neubau ersetzt. Neben der Landwirtschaft boten im 19. Jh. die Strohflechterei und bis zur Eröffnung der Bözberg-Bahnlinie auch der Fuhrdienst Arbeit. Von 1950 an entwickelte sich der Ort zur Wohngemeinde mit vielen Wegpendlern. 2005 stellte der 1. Sektor immer noch knapp 34% der Arbeitsplätze in der Gemeinde. Ein Dorfmuseum wurde 1975 im Gemeindehaus eingerichtet.


Literatur
– H. Ammann, A. Senti, Die Bez. Brugg, Rheinfelden, Laufenburg und Zurzach, 1948, 103 f.
Die Aargauer Gem., 1990, 282 f.

Autorin/Autor: Dominik Sauerländer