No 8

Roll, Johann Ludwig von (von Emmenholz)

geboren 22.12.1643 Solothurn, gestorben 16.1.1718 Solothurn, kath., von Solothurn. Sohn des Ludwig ( -> 14). Bruder des Johann ( -> 12). ∞ 1669 Maria Magdalena Wallier, Tochter des Philipp, Gardehauptmanns. 1663 Bildungsreise nach Rom, von der ein Tagebuch überliefert ist, spätere Reisen nach Lyon und Paris. 1663 Grossrat, 1675 Jungrat, 1680 Altrat, 1688 Seckelmeister, 1701 Venner, 1707-18 Schultheiss von Solothurn. Ab 1692 Teilhaber am Solothurner Salzgeschäft. 1698 von Ks. Leopold I. in den Reichsfreiherrenstand erhoben. Als 1661 Kg. Ludwig XIV. R.s halbe Gardekompanie entliess, die er seit Jahren innehatte, wandte er sich enttäuscht von Frankreich ab, darin bestärkt von seinem Cousin Karl Konrad von Beroldingen. 1688 verwendete er sich für einen venezian. Feldzug gegen die Türken und erhielt eine Kompanie im Regiment der kath. Orte, die er nicht selbst befehligte. Als Haupt einer Oppositionspartei und Gegenspieler von Schultheiss Johann Viktor Besenval (1638-1713) suchte er Solothurn aus der Abhängigkeit von Frankreich zu lösen. Noch 1715 bekämpfte er die Erneuerung der Allianz mit Frankreich, setzte sich aber nicht durch. R. verfügte über grossen Besitz, wozu die Schlösschen Emmenholz und Bleichenberg, das Sommerhaus Vigier sowie zahlreiche Bauern- und Senngüter gehörten. 1710 errichtete er das umfangreichste Fideikommiss Solothurns.


Archive
– FamA, Solothurn (Privatbesitz)
Literatur
– L.R. Schmidlin, Genealogie der Frh. von R., 1914, 115-127
– E. Meyer, «Solothurns Politik im Zeitalter Ludwigs XIV., 1648-1715», in JbSolG 29, 1956, 33-156
SolGesch. 2
– C. Studer, Solothurner Patrizierhäuser, 1981, 30-32, 68-71
Kdm SO 2, 2008

Autorin/Autor: Erich Meyer