Sulz (AG)

Ehem. polit. Gem. AG, Bez. Laufenburg, seit 2010 Teil der Gem. Laufenburg. Die ehem. Talgemeinde im oberen Fricktal bestand aus den Dorfteilen Obersulz, Mittelsulz und Bütz sowie den Weilern Sulzerberg, Leidikon und Rheinsulz. 1260 Sulze. 1803 670 Einw.; 1850 1'125; 1900 970; 1950 1'046; 2000 1'122. Fundamente eines spätröm. Wachtturms in Rheinsulz. Das Tal gehörte zur Grundherrschaft des Stifts Säckingen, das in S. einen Dinghof (herrschaftl. Meierhof) besass. S. war bis 1797 Teil der habsburg.-österr. Herrschaft Laufenburg und kam 1803 im neu geschaffenen Kt. Aargau zum Bez. Laufenburg. 1260 wird erstmals ein Leutpriester in S. erwähnt, 1296 werden die zwei Kirchen St. Peter und Paul in S. (1870 Neubau) und St. Margareta in Rheinsulz (evtl. aus dem 11. Jh., im 16. Jh. Erweiterung) genannt. Sie waren wohl Eigenkirchen des Stifts Säckingen. 1531 erfolgte die Inkorporation beider Kirchen. Der Gips-, Lehm- und in geringerem Masse der Salzabbau sowie seit dem 18. Jh. zunehmend die textile Heimindustrie und die Strohflechterei ergänzten die hauptsächlich betriebene Landwirtschaft. Wichtig bis Mitte des 20. Jh. war die Nagelschmiede, die Bau- und Schiffsnägel, später nur noch Schuhnägel herstellte. Viele Einwohner wanderten nach 1850 in die USA aus. Zu Beginn des 21. Jh. war S. ein Wohnort mit lokalem Gewerbe, Landwirtschaft und wenigen Industriebetrieben in Rheinsulz.


Literatur
P. Nussberger et al., Chronik der Bez. Baden, Zurzach, Laufenburg, Rheinfelden, 1969, 268
– G. Boner, «Der Fricktaler Kirchenbesitz des Stifts Säckingen in älterer Zeit», in Argovia 91, 1979, 310-312
Die Aargauer Gem., 1990, 274 f.

Autorin/Autor: Dominik Sauerländer