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Conrad, Niklaus

geboren um 1460 Solothurn, gestorben 1520 Solothurn, von Solothurn. Sohn des Benedikt, Zöllners und Salzherrn, und der Margreth Weltmer. ∞ 1) 1495 Margreth Kistler, Tochter des Hans, von Bern, 2) Agnes Stölli, Tochter des Hans, Venners, 3) 1512 Benedicta Karli, Witwe des Benedikt Fry, Seckelmeisters. C. war vermutlich zuerst im franz. Solddienst, bevor er 1485 Jungrat wurde. 1490 amtierte er als Altrat, 1493 als Venner, 1494-1520 als Schultheiss. Ab 1487 war er Tagsatzungsbote, ab 1500 als Anhänger Frankreichs offizieller Agent der franz. Krone in der Eidgenossenschaft. 1495 reiste er mit einer eidg. Gesandtschaft an den Reichstag zu Worms. In der Schlacht bei Dornach war C. 1499 der Anführer der Solothurner. 1507 wandte er sich nach der nicht vorgesehenen Eroberung von Genua durch die Eidgenossen und dem Wortbruch von Kg. Ludwig XII. enttäuscht von Frankreich ab. Im gleichen Jahr nahm er an den eidg. Allianzverhandlungen mit Ks. Maximilian I. sowie an Verhandlungen mit Mailand teil, 1509 an Verhandlungen mit der päpstl. Liga und 1511 mit Savoyen. 1513 war er in Novara erneut der Anführer der Solothurner. Während der Bauernunruhen 1513-14 wurde C. von den Aufständischen attackiert, 1514 erfolgte der Ausschluss aus der Tagsatzung. Im Jahr darauf versöhnte er sich mit Frankreich unter Franz I. C. gilt als schillernde Persönlichkeit und als der typischste Vertreter der Renaissance in Solothurn.


Literatur
– H. Sigrist, «Benedikt Hugi d.J. und Niklaus C.», in JbSolG 22, 1949, 36-92

Autorin/Autor: Hans Sigrist