Verstärkt durch die Modernisierungskrisen der Nachkriegsgesellschaft förderten Proporz- und Konkordanzpolitik (Zauberformel 1959) ab den 1960er Jahren den Aufstieg rechtspopulist. Oppositionsbewegungen (Rechtsradikalismus ). 1967 wurde der Zürcher Publizist James Schwarzenbach als erster Vertreter der Nationalen Aktion in den Nationalrat gewählt (Schweizer Demokraten). 1971 eroberten die nationalist. Rechtsparteien unter dem Schlagwort der Überfremdung bei den Nationalratswahlen 7,5% der Stimmen. 1979 wurde die rechtsbürgerl. Zeitung "Schweizerzeit" gegründet. 1986 entwickelte sich aus dem Schweiz. Aktionskomitee gegen den UNO-Beitritt die der SVP nahestehende Aktion für eine unabhängige und neutrale Schweiz (Auns).
In den 1990er Jahren bewegte sich die SVP unter der Führung des Zürcher Flügels mit Nationalrat Christoph Blocher an der Spitze nach rechts und sog in den eidg. Wahlen von 1999 die kleinen nationalist. Rechtsaussen-Parteien weitgehend auf. Die weltpolit. Veränderungen nach dem Zusammenbruch des Kommunismus, die Beschleunigung der europ. Integrationsbewegung und die weltweiten Migrationsströme gaben in der Schweiz wie in anderen europ. Ländern einer nationalkonservativen Opposition Auftrieb. Unter der Führung der SVP entstanden in dem rechten polit. Spektrum Bewegungen, die rückwärtsgewandte Gesellschaftsbilder vertreten, Aversionen gegen die "polit. Klasse" schüren und die Mitwirkung der Schweiz in internat. Organisationen wie der UNO und der EU bekämpfen. Der nationalkonservativen Bewegung, in der vermehrt auch intellektuelle Exponenten der Neuen Rechten auftreten, gelang es, die innenpolit. Auseinandersetzung auf Themen wie die Frage der Identität und Neutralität der Schweiz und die aussenpolit. Öffnung sowie den Kampf gegen die Immigration und die sog. "Überfremdung" zu konzentrieren.
Autorin/Autor: Urs Altermatt