Mettau

Ehemalige politische Gemeinde AG, Bezirk Laufenburg, seit 2010 zusammen mit Etzgen, Hottwil, Oberhofen (AG) und Wil (AG) Teil der neuen politischen Gemeinde Mettauertal. Haufendorf im Mettauertal, im oberen Fricktal am nördl. Zugang zum Bürersteig gelegen. 1254 Mettowe (Kopie 15. Jh.), 1302/04 Metowe. 1837 342 Einw.; 1850 387; 1900 302; 1950 270; 2000 301. Die Mettauer Täler zählten zum ältesten Besitz des Stifts Säckingen, das in M. einen Dinghof als Wirtschafts- und Verwaltungszentrum und als Gerichtsstätte unterhielt. Zum Dinghof M. gehörten Etzgen, Gansingen, der Steinhof und Streubesitz in Schwaderloch sowie Wil und Oberhofen (Letztere beide wohl von M. aus kolonisiert). Die landesherrl. Rechte gehörten zur österr. Herrschaft Laufenburg. Die 1254 bezeugte Kirche St. Remigius war wohl eine Gründung des Stifts Säckingen und wurde diesem 1339 inkorporiert. Das heutige Gotteshaus wurde 1773-75 neu erbaut, der Kirchturm datiert von 1670. Etzgen, Wil und Oberhofen zählen heute noch zur Pfarrgemeinde. 1803 gelangte M. mit dem Fricktal zum Kt. Aargau und bildete eine polit. Gemeinde. Wil trennte sich mit der Kantonsgründung, Oberhofen 1832 politisch von M. ab. Landwirtschaftlich nutzte M. ab dem 15. Jh. auch Teile des zerfallenen Siedlungsverbands Rütiberg, Schiltegg und Ebnet. Bis nach dem 2. Weltkrieg blieb M. ein landwirtschaftlich geprägtes Dorf ohne Industrie mit den entsprechenden demograf. Konsequenzen (Abwanderung, Überalterung). Seit den 1980er Jahren wuchs die Bevölkerung wieder (Wohngem. mit hohem Wegpendleranteil).


Literatur
– H. Ammann, A. Senti, Die Bez. Brugg, Rheinfelden, Laufenburg und Zurzach, 1948, 106-109
Die Aargauer Gem., 1990, 260 f.
– F. Jehle, A. Enderle-Jehle, Die Gesch. des Stifts Säckingen, 1993, 74, 97, 102

Autorin/Autor: Dominik Sauerländer