07/05/2010 | Rückmeldung | PDF | drucken

Freiheits-Partei (FP)

Die FP ging 1994 aus der 1985 in Zürich von Michael E. Dreher und weiteren ehemaligen Mitgliedern von FDP und SVP gegründeten Autopartei (AP) hervor. Die AP, die sich rasch von einer Partei für Autofahrer zu einer rechtsbürgerl. Partei entwickelte, hatte bei den Nationalratswahlen 1987 bei einem Stimmenanteil von 2,6% zwei Sitze errungen. 1991 verdoppelte sie ihren Wähleranteil und eroberte acht Sitze. Die gewerbenahe FP setzt sich gegen staatl. Vorschriften in Wirtschaft und Umweltschutz ein. Sie fordert Steuerreduktionen und ist gegen einen weiteren Ausbau des Sozialstaates. Daneben macht sie sich für ein hartes Vorgehen gegenüber Asylbewerbern und Drogenabhängigen, für die Förderung des privaten Strassenverkehrs und gegen die Integration der Schweiz in supranationale Organisationen stark. Kennzeichen der FP ist ihr betont polem. Stil. Ihr Publikationsorgan war der zehnmal pro Jahr erscheinende "Tacho", der 1999 eingestellt wurde. Erhielt die FP bei den Nationalratswahlen 1995 bei einem Wähleranteil von 4,0% noch sieben Sitze, brachten die Nationalratswahlen 1999 mit einem Stimmenanteil von 0,9% und dem Verlust aller Sitze einen massiven Einbruch (2003 0,2%; 2007 0,1%). Die FP ist nur noch in wenigen Kantonen vertreten (Aargau, Bern und Thurgau). Wie andere rechtsbürgerl. Parteien verlor auch sie Ende der 1990er Jahre Wähler an die zunehmend rechts politisierende SVP. 2009 beschloss die FP, sich Auto-partei.ch zu nennen.


Literatur
– D. Skenderovic The Radical Right in Switzerland, 2008

Autorin/Autor: Hans Hirter