Neue Front

Die N. war eine der ersten Organisationen der Frontenbewegung und wurde 1930 von Robert Tobler und anderen Zürcher Studenten gegründet. Sie verstand sich zunächst wie die Jungliberalen als nationale Erneuerungsbewegung des Freisinns und trat als Opposition an freisinnigen Akademikertagungen auf. 1932 stiessen Rolf Henne und weitere junge Schaffhauser Freisinnige, die von der Partei enttäuscht waren, zur N. Bald kam es zur Trennung von der Mutterpartei. Vordenker der Bewegung war der Zürcher Gymnasiallehrer Paul Lang mit seiner antidemokrat. Staatstheorie. Die N. stellte Gemeinsinn über Individualismus und Führergefolgschaft vor Volkssouveränität. Sie forderte eine berufsständ. Ordnung (Korporativismus, Ständestaat) jenseits von Marxismus und Liberalismus. Beeindruckt von Hitlers Machtergreifung, fusionierte sie im Frühling 1933 mit anderen frontist. Gruppen zur extremist. Nationalen Front, behielt aber in Schaffhausen noch ein Jahr lang ihren bisherigen Namen bei.


Archive
– Archiv der Studentenschaft der Univ. Zürich
– Rektoratsarchiv der Univ. Zürich
Literatur
– K.-D. Zöberlein, Die Anfänge des dt.-schweiz. Frontismus, 1969
– A. Schiendorfer, «Die Neue Helvet. Gesellschaft und die Jugend der Zwischenkriegszeit», in SchBeitr., 1990, 363-394

Autorin/Autor: Walter Wolf