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Partei der Arbeit (PdA)

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Die PdA der Schweiz entstand im Okt. 1944 als Vereinigung einer Reihe von Kantonalparteien, die ein Sammelbecken für Kommunisten (Kommunistische Partei KP), linke Sozialdemokraten und unabhängige Linke waren, sowie der 1939 gegr. und seit 1941 verbotenen Fédération socialiste suisse (FSS) von Léon Nicole. Nicole wurde erster Präsident, während Karl Hofmaier (Sekr. der KPS, ab 1943 der mit ihr fusionierten FSS) das Amt des Sekretärs übernahm. Die PdA zählte knapp ein Jahr nach ihrer Gründung offiziell bereits über 19'000 Mitglieder und 18 Kantonalparteien mit 229 Sektionen und erreichte 1947 einen gesamtschweiz. Wähleranteil von 5,1% (7 Sitze im Nationalrat). Auch in einzelnen Gewerkschaften erlangte sie vorübergehend erhebl. Gewicht. Der Parteiausschluss Hofmaiers 1947 wegen Veruntreuung von Geldern, interne Differenzen über die Parteilinie (Kommunismus), der beginnende Kalte Krieg mitsamt dem neu angefachten Antikommunismus und die Entwicklung im Ostblock führten bald zu Rückschlägen, die zu einer Halbierung des Wähleranteils führten. Die polit. Isolierung der PdA erreichte ihren Höhepunkt mit der Niederschlagung des Ungarnaufstands 1956 durch die Sowjetunion. In dessen Folge distanzierte sich die Sozialdemokratische Partei entschieden von der PdA, und in der dt. Schweiz kam es zu Übergriffen gegen Parteimitglieder. Danach verlagerte sich das Schwergewicht der PdA in die franz. Schweiz. Ihre Verurteilung des sowjet. Einmarschs in Prag 1968 brachte keine Wende, zumal es der PdA nicht gelang, in den neuen Sozialen Bewegungen Fuss zu fassen. In den 1980er Jahren kam es zu mehreren Austrittswellen. Dennoch wurden Vertreter der PdA immer wieder in wichtige regionale Ämter gewählt (Maire von Genf, Staatsrat in der Waadt). Einzelne Erfolge konnte die PdA auch in der Sozialpolitik dank ihres Engagements für das Frauenstimmrecht, den Mieterschutz, die Altersfürsorge und die Verbesserung von Lohn- und Arbeitsbedingungen verzeichnen.

Resultate der PdA bei Nationalratswahlen
JahrSitzeWähleranteil
194775,1%
195152,7%
195542,6%
195932,7%
196342,2%
196752,9%
197152,6%
197542,4%
197932,1%
198310,9%
198710,8%
199120,8%
199531,2%
199921,0%
200320,7%
200710,7%

Quellen:BFS


Literatur
– J.-M. Rossignol, Le Parti suisse du travail en Suisse romande, 1944-1975, 1978
– S. Meier von Bock und Polach, Die Konstitution des Bösen, Liz. Zürich, 1999
– P. Jeanneret, Popistes, 2002
– A. Rauber, Formierter Widerstand, 2003 (franz. 2000)

Autorin/Autor: Brigitte Studer