23/06/2005 | Rückmeldung | PDF | drucken

Hornussen

Polit. Gem. AG, Bez. Laufenburg. Strassendorf im oberen Fricktal, das im 18. und 19. Jh. als Ausbau des um den Kirchhügel liegenden alten Dorfzentrums entstanden war. 1281 Hornescon. 1768 387 Einw.; 1850 766; 1900 590; 1950 631; 2000 816. Steinzeitl. und röm. Einzelfunde. Lage an der bereits in röm. Zeit wichtigen Bözbergstrasse. Sämtliche grundherrl. Rechte lagen bis 1802 beim Stift Säckingen, die Landesherrschaft bis 1797 bei der habsburg.-österr. Herrschaft Rheinfelden. Seit 1803 gehört H. zum Kt. Aargau. Der Dinghof H. hatte noch im 15. Jh. eine formelle Sonderstellung innerhalb der habsburg. Landesherrschaft; er war Appellationsgericht für alle säcking. Gerichtshöfe im Stammgebiet des Stifts und auch Wirtschaftszentrum des Stifts. Davon zeugen noch heute das Amtshaus aus dem Jahr 1595 sowie weitere spätgot. Häuser entlang der Bözbergstrasse. Dank der Grenzlage zum Berner Aargau blieb das Dorf von Kriegsverwüstungen weitgehend verschont und konnte alte Bausubstanz bewahren. Die Kollatur der Kirche St. Mauritius gehörte ebenfalls dem Stift Säckingen. Der heutige Bau datiert von 1710-12. Bereits um 1600 bezeugt ist die jährl. Wallfahrt nach Todtmoos im Schwarzwald. Neben der Landwirtschaft, v.a. dem bis Ende des 19. Jh. verbreiteten Weinbau, spielte das Gastgewerbe ab dem Mittelalter eine wichtige Rolle. H. war Wechselstation für den Vorspann über den Bözberg. Im 19. Jh. kam die Heimindustrie (Posamenterei, Strohflechterei) hinzu. 1875 erhielt H. einen Anschluss an die Bözbergbahn. Trotzdem war die Abwanderung in die Industrieregionen und nach Übersee beträchtlich. 1917 wurde die Vorgängerfirma der heutigen Seifen- und Kosmetikfabrik gegründet. Seit 1996 entlastet die Nationalstrasse A3 das Dorf vom Durchgangsverkehr. Im Jahr 2000 waren vier Fünftel der Einwohner Wegpendler.


Literatur
– P. Vögeli et al., H., 1991

Autorin/Autor: Dominik Sauerländer