Eidgenössischer Verein

Der E. wurde am 6.5.1875 in Olten von Vertretern einer prot.-konservativen Politik wie Andreas Heusler und Wilhelm Vischer (Basel), Eduard von Sinner (Bern), Rudolf Spoendlin (Zürich), Regierungsrat Zacharias Gysel (Schaffhausen) u.a. gegründet. Er setzte sich für Föderalismus und Glaubensfreiheit ein und wandte sich gegen die Ausdehnung der Staatstätigkeit. In Referendumskämpfen konnte er Erfolge verbuchen, etwa die Ablehnung der Militärpflichtersatzsteuer 1876 und v.a. der "Schulvogt-Vorlage" 1882. Wegen des Majorzystems gelang es dem Verein nicht, seine Vertreter in den Nationalrat wählen zu lassen. Der E. verfügte über Sektionen in Basel, Zürich, Bern, Neuenburg und Schaffhausen. Als offizielles Organ galten die "Allg. Schweizer Zeitung", später die "Schweizer Blätter". Nach dem Rückzug der Gründergeneration und dem Abflauen des Kulturkampfes zerfiel der E. nach 1890 zusehends.


Literatur
– W. Vischer, Der E. 1875-1885, 1885
– P. Rinderknecht, Der E. 1875-1913, 1949
– B. Rimli, Sozialpolit. Ideen der Liberal-Konservativen in der Schweiz (1815-1939), 1951

Autorin/Autor: Daniel V. Moser