01/09/2005 | Rückmeldung | PDF | drucken | 

Gipf-Oberfrick

Polit. Gem. AG, Bez. Laufenburg. Die im oberen Fricktal gelegene Gem. bildet eine Siedlungseinheit mit den Schwerpunkten Gipf und Oberfrick. 1259 Cubibe (wohl verschrieben für Guphfe oder ähnlich), 1276 Gipff, 1278 Guffpha, 1288 Obiren Vrieche. 1768 588 Einw.; 1850 1'050; 1900 851; 1950 954; 2000 2'808. In der Gem. wurden bronzezeitl. Funde, ein latènezeitl. Steinplattengrab sowie röm. Siedlungspuren des 1. bis 4. Jh. (Gutshof?) entdeckt. Am Tiersteinberg liegt die Ruine Alt-Thierstein. G. und Frick waren in einer Kirchgemeinde zusammengeschlossen; erst seit 1953 ist G. eine selbstständige Pfarrei. 1708 wurde die St. Wendelinskapelle, 1968-70 eine eigene Pfarrkirche gebaut. Bis 1232 war G. Teil der Herrschaft der Gf. von Homberg-Thierstein, später habsburg. Lehen der Herren von Frick, 1406 der Herren von Eptingen und danach der Stadt Basel. 1534 fiel es an Österreich zurück und stand als Teil der Landschaft Fricktal bis 1797 unter der Verwaltung des Oberamts Rheinfelden. Frick, Gipf und Oberfrick bildeten eine Gerichtsgemeinde (Vogtei), die Zwing und Bann selbstständig regelte. Das Gebiet litt unter grossen Zerstörungen im Dreissigjährigen Krieg. Nach dem Beitritt des Fricktals zur Eidgenossenschaft 1803 wurde die ehem. Vogtei in die polit. Gem. G. und Frick aufgeteilt. Ackerbau und ausgedehnter Rebbau waren lange die Lebensgrundlage; um 1900 ersetzten Kirschenkulturen den Weinbau. Verdienstmöglichkeiten bot bis um 1930 auch die Heimposamenterei. Heute ist G. eine Wohngemeinde in der Agglomeration Frick.


Literatur
– H. Ammann, A. Senti, Die Bez. Brugg, Rheinfelden, Laufenburg und Zurzach, 1948
Die Aargauer Gem., 1990, 250 f.
– D. Wälchli, O. Wey, «Spuren spätbronzezeitl. Siedlungsaktivitäten in G.», in Vom Jura zum Schwarzwald 65, 1991, 110-113
– A. Egloff, G. wird polit. Gem., 1993

Autorin/Autor: Dominik Sauerländer