• <b>Saffa</b><br>Plakatentwurf von  Theodora Witzig  für die 1928 in Bern stattfindende Ausstellung (Museum für Gestaltung Zürich, Plakatsammlung, Zürcher Hochschule der Künste).

Saffa

Die Saffa (Schweiz. Ausstellung für Frauenarbeit) fand erstmals vom 26. Aug. bis zum 30. Sept. 1928 in Bern statt. Sie wurde vom BSF, vom SKF und von 28 weiteren Frauenvereinigungen organisiert. Anlass bot die prekäre Lage erwerbstätiger Frauen in den Nachkriegsjahren. Lux Guyer war leitende Architektin der ersten Saffa, welche die Leistungen der Frau in Fam., Erwerbswelt, Wissenschaft und Kunst thematisierte. Die Darstellung der Frauenarbeit und ihrer Bedeutung für die schweiz. Volkswirtschaft und Gesellschaft förderte das weibl. Selbstbewusstsein und warb für das bisher den Frauen nicht zugestandene Recht auf Erwerbstätigkeit sowie für ihre Anerkennung als Staatsbürgerinnen. Vom 17. Juli bis zum 15. Sept. 1958 führte der BSF mit über hundert nationalen und kant. Frauenorganisationen in Zürich die zweite Saffa durch (1,9 Mio. Besucher). Als Chefarchitektin der Ausstellung, die unter dem Motto "Lebenskreis der Frau in Fam., Beruf und Staat" stand, wirkte Annemarie Hubacher-Constam. Den Frauen, die in der Hochkonjunktur als Konsumentinnen und Arbeitskräfte gesuchten waren, präsentierte die Saffa vielfältige Möglichkeiten in den Bereichen Ausbildung, Erwerbsarbeit, Einkauf und Freizeitgestaltung. Gemäss den ökonom. und gesellschaftspolit. Bedürfnissen propagierte sie das Dreiphasenmodell als idealen weibl. Lebenslauf: Erwerbstätigkeit vor der Heirat, Mutterschaft und Rückkehr ins Erwerbsleben. Zudem hatten die Frauen negative Folgen der sich rasch wandelnden Lebenswelt aufzufangen, indem sie in- und ausserhalb der Fam. Harmonie verbreiteten. Die Männer sollten auf die Unentbehrlichkeit weibl. Leistungen im Dienst der Allgemeinheit aufmerksam gemacht und so dazu motiviert werden, die gesellschaftl. Benachteiligung der Frauen zu beheben. Mit dem Gewinn aus den beiden Ausstellungen wurden Solidaritätswerke für Frauen eingerichtet.

<b>Saffa</b><br>Plakatentwurf von  Theodora Witzig  für die 1928 in Bern stattfindende Ausstellung (Museum für Gestaltung Zürich, Plakatsammlung, Zürcher Hochschule der Künste).<BR/><BR/>
Plakatentwurf von Theodora Witzig für die 1928 in Bern stattfindende Ausstellung (Museum für Gestaltung Zürich, Plakatsammlung, Zürcher Hochschule der Künste).
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Archive
– Gosteli-Stiftung, Worblaufen
– Sozarch
Literatur
– Y. Voegeli, «Man legte dar, erzählte, pries - und wich dem Kampfe aus», in Verflixt und zugenäht, hg. von M.-L. Barben, E. Ryter, 1988, 121-130
– M. Beyeler, La S. (Schweiz. Ausstellung für Frauenarbeit) de 1958 à Zurich: son architecture et ses architectes, Diss. Lausanne, 1999
– R. Zürcher, Von Frauen für Frauen, 1999
Terraingewinn, hg. von I. Beckel, G. Vollmer, 2004

Autorin/Autor: Yvonne Voegeli