Oberkulm

Polit. Gem. AG, Bez. Kulm. Lockere, im mittleren Wynental gelegene Siedlung mit Aussenhöfen, zahlreiche Seitentälchen. 1045 Chulenbare (gesamthaft für O. und Unterkulm), 1295 Obern Chulnbe (erste explizite Nennung O.s). 1653 285 Einw.; 1850 1'784; 1900 1'331; 1920 1'207; 1950 1'522; 2000 2'252. Kelt. Goldmünze aus 1. Jh. v.Chr., Alemannengräber; röm. Gutshof (Villa Columbaria, 1756-58 und 1902 Ausgrabung) aus dem 1. Jh. n.Chr. Im 13. Jh. besassen die Gf. von Habsburg, das Stift Beromünster und die Herren von Rinach Güter. 1415-1798 gehörte O. zur bern. Landvogtei Lenzburg, 1433 wechselte durch Kauf die hohe Gerichtsbarkeit von der ehemaligen österr. Grafschaft Lenzburg zu Bern. Die niedere Gerichtsbarkeit war schon vor 1306 im Besitz der Inhaber der Herrschaft Rued, die sie 1517 an Bern verkauften. Die Reformation wurde 1528 eingeführt. Kirchlich ist O. seit der Ersterwähnung Teil der Pfarrei Kulm (Kirche in Unterkulm). Gegen Mitte des 18. Jh. etablierte sich die Baumwollspinnerei und -weberei als Heimarbeit. 1910 Züchtung des Saatguts Oberkulmer Rotkorn durch Rudolf Burkhard. Zu Beginn des 21. Jh. bestanden versch. kleine Industrieunternehmen. Von den Erwerbstätigen arbeiteten 2005 60% im 2. und 26% im 3. Sektor. Regionales Altersheim (1979). Mit Herbert Hoover wurde ein Nachkomme des ausgewanderten Oberkulmers Johann Heinrich Huber Präs. der USA (1929-33).


Literatur
– K. Steiner, O., 21991
– H. Walti, O., 1995

Autorin/Autor: Hans Walti