Simplonverträge

Ein Staatsvertrag und versch. Abkommen regelten den Bau der Simplonlinie, den Betrieb der ital. Teilstrecke Iselle-Domodossola durch die Jura-Simplon-Bahn bzw. die SBB, den Kauf der Privatbahn durch den Bund und die franz. Zugänge durch die Schweiz. Die ital.-schweiz. Konferenz vom Nov. 1895 führte zum bilateralen Staatsvertrag vom 25.11.1895 (2005 neu ausgehandelt) und zum Abkommen vom 22.2.1896 zwischen Italien und der Jura-Simplon-Bahn. Der Staatsvertrag legte die Verbindung der beiden Eisenbahnnetze und die techn. Ausführung der internat. Linie fest, er regelte Subventionen, Zollfragen und Baufristen. Das Abkommen behandelte Bau und Betrieb der Linie von der schweiz.-ital. Grenze nach Iselle durch die Jura-Simplon-Bahn. Die in Art. 26 des Staatsvertrags zusätzlich vorgesehene Vereinbarung, die u.a. Fragen des internat. Bahnhofs und des Zolls klären sollte, wurde am 2.12.1899 abgeschlossen. Auf die Verstaatlichung der Eisenbahn nach 1898 folgte am 16.5.1903 ein neues Abkommen, das die Konzession, die Italien der Jura-Simplon-Bahn erteilt hatte, dem Bund übertrug. Zwei Abkommen zwischen den SBB und der ital. Eisenbahn regelten 1906 den Betrieb der Linie Iselle-Domodossola und des internat. Bahnhofs Domodossola. Im gleichen Jahr unterzeichneten Italien und die Schweiz fünf Abkommen zu Post, Telegrafie, Zoll, Polizei und Gesundheitspolizei. Die Frage der Zugänge von Frankreich her behandelten die Konferenzen von März 1908 und Juni 1909. Die daraus resultierende Vereinbarung betraf den Bau der Linien Frasne-Vallorbe und Moutier-Granges sowie den nie ausgeführten Tunnel de la Faucille.


Archive
– BAR, SBB Historic
Quellen
DDS
Literatur
– G. Benz, Le percement du Simplon, 1983
– G. Duc, «Projet de tunnel ferroviaire du Simplon et genèse du réseau de chemins de fer de Suisse occidentale (1836-1909)», in Vallesia 56, 2001, 495-617

Autorin/Autor: Gérard Benz / CBA