Sarnerbund

Der S. wurde nach geheimen Vorberatungen am 14./15.11.1832 in Sarnen gegründet. Er bestand aus den konservativen Kt. Uri, Schwyz (ohne Ausserschwyz), Obwalden, Nidwalden, Neuenburg und Basel-Stadt; das Wallis nahm an den Beratungen teil, trat aber nicht bei. Anlass war der Mehrheitsbeschluss der Tagsatzung vom 14.9.1832, die Teilung Basels in zwei Halbkantone provisorisch zu verfügen. Ein wichtiges Ziel war deshalb, die Teilung der Kt. Basel und Schwyz rückgängig zu machen. Die Sarner Kantone beschlossen einstimmig, an keiner Tagsatzung mehr teilzunehmen, zu der auch Basel-Landschaft und Ausserschwyz zugelassen würden. Das eigentl. Hauptziel des S.s war, dem liberalen Siebnerkonkordat, das die Kt. Zürich, Bern, Luzern, Solothurn, St. Gallen, Aargau und Thurgau am 17.3.1832 gegründet hatten, entgegenzutreten und eine Revision des Bundesvertrags von 1815 zu verhindern. Der S. war, im Gegensatz zum Siebnerkonkordat, keine staatsrechtl. Verbindung, sondern bloss eine auf einem Protokoll basierende Vereinigung; er muss aber wie jenes als bundesvertragswidriges Separatbündnis bezeichnet werden.

Als Basel-Landschaft im März 1833 tatsächlich an die Tagsatzung eingeladen wurde, führte der S. in Schwyz eine Gegentagsatzung durch; dieser Ablauf wiederholte sich im Juli gleichen Jahres. Das Ende des S.s kam mit dem Beschluss der Regierungen der Stadt Basel und von Schwyz, militärisch gegen die trennungswilligen Kantonsteile vorzugehen. Am 31.7. und 1.8.1833 griff Schwyz das in Ausserschwyz gelegene Küssnacht an, am 2. August rückten Baselstädter gegen die Landschaft vor, wurden aber am 3. August bei Pratteln geschlagen. Jetzt griff die Tagsatzung durch, hob Truppen aus und liess Innerschwyz und Basel-Stadt militärisch besetzen. Die liberale Mehrheit der Tagsatzung beschloss am 12.8.1833, den S. aufzulösen; die Sarner Kantone vermochten keinen Widerstand mehr zu leisten. Ausserschwyz vereinigte sich in der Folge wieder mit dem alten Kantonsteil; die endgültige Trennung Basels erfolgte durch den Tagsatzungsbeschluss vom 26.8.1833.


Literatur
– A. Kölz, Neuere schweiz. Verfassungsgesch., 1992

Autorin/Autor: René Roca