17/01/2008 | Rückmeldung | PDF | drucken | 

Leutwil

Polit. Gem. AG, Bez. Kulm, auf dem nördl. Ausläufer des Reinacher Hombergs gelegen. Zu L. zählt auch der Weiler Wampfle, der im Gegensatz zu der übrigen Gem. nicht auf das Seetal, sondern auf das Wynental hin orientiert ist. 1273 Lutwile. 1653 225 Einw.; 1850 790; 1900 599; 1950 533; 2000 662. Die hohe Gerichtsbarkeit wurde im späten 13. und im 14. Jh. von den Habsburgern ausgeübt (Amt Villmergen). Die niedere war im Besitze der Herren von Trostburg, später derer von Reinach und von Hallwyl. 1415-1798 gehörte L. zu der bern. Landvogtei Lenzburg. Das 1273 erstmals erw. Kirchlein, ein rom. Saalbau, enthält Fresken aus dem 13. Jh. und aus zwei Perioden des 14. und 15. Jh. 1528 erfolgte der Übergang zur Reformation, 1616 die Bildung der Kirchgem. L.-Dürrenäsch. Zwei Pestsärge erinnern an den Seuchenzug, der das Dorf 1629 heimsuchte. Im 18. und 19. Jh. bot die Baumwollverarbeitung in Heimarbeit der Bevölkerung Verdienstmöglichkeiten, vom Ende des 19. Jh. bis 1990 auch die Zigarrenindustrie. Busverbindungen bestehen nach Boniswil, Seengen, Dürrenäsch und Teufenthal.


Literatur
– H. Ammann et al., Lenzburg - Kulm: Heimatgesch. und Wirtschaft, 1947

Autorin/Autor: Hans Walti