Augsburger Bekenntnis

Am Reichstag von Augsburg 1530 sollten die Religionsstreitigkeiten beigelegt werden. Die prot. Stände wollten ihre eigene Stellung stärken, weshalb die Darlegung der wichtigsten Punkte des luth.-prot. Glaubens durch Philipp Melanchthon vorsichtig abgefasst wurde. Dieses von der kath. Kirche ("Confutatio") abgelehnte A. ("Confessio Augustana") wurde im Augsburger Religionsfrieden 1555 zum - neben dem kath. Glauben - zweiten öffentl.-rechtl. anerkannten Bekenntnis im Reich und besiegelte so die Spaltung der abendländ. Kirche. Die Evangelischen in Oberdeutschland ("Confessio Tetrapolitana") und in der Schweiz (Bekenntnisschrift "Fidei ratio" von Huldrych Zwingli) lehnten das A. strikte ab, was die Entzweiung in der reformator. Bewegung vertiefte und die Loslösung der Eidgenossenschaft vom Reich beschleunigte. Im Westfälischen Frieden (1648) wurden die Reformierten als "Augsburg. Konfessionsverwandte" anerkannt.


Literatur
Confessio Augustana und Confutatio, hg. von E. Iserloh, 1980
Bekenntnis und Gesch., hg. von W. Reinhard, 1981
– «Confession d'Augsbourg», in La foi des Eglises luthériennes, hg. von A. Birmelé, M. Lienhard, 1991, 7-79

Autorin/Autor: Heinzpeter Stucki