17/01/2013 | Rückmeldung | PDF | drucken

Schwäbischer Bund

Am 4.10.1487 forderte Ks. Friedrich III. die Reichsstädte und den Adel Schwabens auf, sich zur Wahrung des Landfriedens in einem Bündnis zusammenzuschliessen. Anlass war das Ausgreifen der Wittelsbacher nach Schwaben, v.a. infolge der Einverleibung der Reichsstadt Regensburg und der Abtretung von Vorderösterreich durch Ehzg. Sigismund von Habsburg an die Wittelsbacher Hzg. Georg und Albrecht IV. von Bayern. Die eigentl. Gründung des S.s erfolgte im Febr. 1488 in Esslingen. In der Folge traten dem zunächst auf acht Jahre befristeten, 1496, 1499/1500, 1512 und 1522 verlängerten Bündnis annährend 600 in der Gesellschaft mit Sankt Jörgenschild vereinigte Adlige und Prälaten, 26 Reichsstädte sowie acht Reichsfürsten bei. Als Leitungsgremium fungierte der Bundesrat, der aus zwei, später drei Hauptleuten und je 18, später 21 Räten des Adels und der Städte bestand. Der S. war zwar nicht gegen die Eidgenossen gegründet worden, als ein wirksames Instrument habsburg. Politik tangierte er aber von Anfang an deren Interessen. Die Spannungen zwischen der Eidgenossenschaft und dem S., den beiden grossen Bündnissystemen im dt. Südwesten, eskalierten 1499 im Schwabenkrieg, dessen Hauptlast auf habsburg. Seite Truppen des Bundes trugen. Nach dieser Konfrontation, in der die Eidgenossen siegreich geblieben waren, normalisierte sich das Verhältnis zum S., zumal sich dieser nicht mehr gegen die Eidgenossenschaft instrumentalisieren liess. Andererseits stabilisierte der Bund das habsburg. Einflussgebiet in Schwaben gegen eidg. Expansionsversuche. Aufgrund konfessioneller Gegensätze und der Entstehung neuer Bündnissysteme löste sich der S. 1534 auf.


Literatur
– H. Carl, «Eidgenossen und S. - feindl. Nachbarn?», in Die Eidgenossen und ihre Nachbarn im Dt. Reich des MA, hg. von P. Rück, 1991, 215-265
LexMA 7, 1607 f.
– H. Carl, Der S., 1488-1534, 2000

Autorin/Autor: Alois Niederstätter