Scherz

Polit. Gem. AG, Bez. Brugg. Sternförmiges Dorf am Rand des Birrfelds mit zwei Neubauquartieren. 1273 Schernz. 1764 181 Einw.; 1837 354; 1850 346; 1900 295; 1950 293; 2000 575. Neolith. Siedlungsstelle. Die Habsburger vergabten 1273 den Hof S. ans Kloster Wettingen, die niedere Gerichtsbarkeit gelangte 1397 ans Kloster Königsfelden. Die kirchl. Zugehörigkeit wechselte im Zuge der Reformation um 1530 von Windisch nach Birr. Im 14. Jh. bestand eine Einsiedelei. Im 17. und 18. Jh. trat die Gem. S. als Partei in Nutzungskonflikten auf. Eine Schule entstand vor 1783. Die Landwirtschaft wurde im 19. Jh. durch den Rebbau ergänzt, vom 17. bis zum 19. Jh. erfolgte der Abbau von Bohnerz. Im 19. Jh. wanderten insgesamt etwa 100 Personen in die USA aus, allein 1851 waren es 32. Während des 2. Weltkriegs wurde eine Güterzusammenlegung auf einer Fläche von 75 ha in Angriff genommen. Ab 1965 entstanden neue Wohnquartiere als Folge der Industrie, die sich im Birrfeld niederliess. 2005 stellte die Landwirtschaft noch 33% der Arbeitsplätze in der Gem., der Dienstleistungssektor 52%.


Literatur
– M. Kleiner-Pfister, «S.», in Brugger Njbl. 102, 1992, 93-104

Autorin/Autor: Felix Müller (Brugg)