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No 5

Fabri, Johann

geboren 1478 (Johann Schmid) Leutkirch (Allgäu), gestorben 21.5.1541 Baden bei Wien, aus Leutkirch. Sohn des Johannes (?) Schmid (daher die Namensform Fabri), genannt Heigerlein. Nach dem Stud. der Theologie und der Rechte in Tübingen und Freiburg 1510/11 Dr. iur. utr., wurde F. 1514 Pfarrer in Leutkirch und 1516/17 in Lindau. 1513-18 wirkte er als Offizial in Basel, 1518-23 als Generalvikar des Konstanzer Fürstbf. Hugo von Hohenlandenberg. Domherr in Basel (bis 1517), Konstanz, Mainz, Breslau und Prag. Humanistisch gebildet, stand F. in Verbindung mit Erasmus, Vadian und Zwingli. Die Reformforderungen Luthers begrüsste er anfänglich. Nachdem aber mit der Leipziger Disputation 1519 das "Reformatorische" in den Vordergrund getreten war, entwickelte sich F. zu einem der führenden kath. Kontroverstheologen sowie zum Gegner Luthers und Zwinglis. Letzterem stand er auf der 1. Zürcher Disputation 1523 gegenüber, unterlag indes dem sprachgewandten Reformator und dem für den neuen Glauben entschlossenen Rat der Stadt. 1526 nahm er mit Johannes Eck an der Badener Disputation teil. 1523 wurde F. Ratgeber und 1524 auch Beichtvater des österr. Kg. Ferdinand I. Als solcher kämpfte er unentwegt für Kirchenreform und trat an den Reichstagen von Nürnberg 1524, Speyer 1526 sowie 1529, Augsburg 1530 und Regensburg 1532 für die kath. Sache ein. 1524 wurde er Koadjutor des Bf. von Wiener Neustadt, 1530 Bf. von Wien, 1538 durch päpstl. Ernennung Propst des Basler Domkapitels, das in Freiburg i.Br. im Exil war. Die Wahl zum Bf. von Basel scheiterte 1525 an den Geldforderungen der Basler Domkapitulare. F. verfasste zahlreiche theol. und kontroverstheol. Schriften, die sich stark an Bibel und Kirchenvätern orientierten, ihrer gelehrten Diktion wegen jedoch wenig Breitenwirkung erzielten.


Literatur
– L. Helbling, Dr. Johann F., 1941
TRE 10, 784-788
HS I/2, 558-560
LThK 3, 1148
– Gatz Bischöfe 1448, 175-177

Autorin/Autor: Franz Xaver Bischof