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Sprecher, Fortunat (von Bernegg)

geboren 9.1.1585 Davos, gestorben 14.1.1647 Chur, ref., von Davos. Sohn des Florian ( -> 8). Bruder des Johann ( -> 16). ∞ 1) Elisabeth Sebregonzi, Tochter des Martin, aus Berbenno (Veltlin), 2) Ludovica von Planta, Tochter des Peter, Hauptmanns in venezian. Diensten. S. wurde von Privatlehrern in Latein unterrichtet, besuchte das Gymnasium in Chur und promovierte - nach Studien u.a. in Basel - 1606 an der Univ. Orléans zum Doktor beider Rechte. 1612 amtierte er als Generalproveditor und Oberst im Veltlin, 1617-19, 1623 (Teilamtszeit) und 1625-27 als commissari in Chiavenna. Wiederholt war er Gesandter der Drei Bünde, z.B. im April 1621 gemeinsam mit Gilli Maissen dem Jüngeren und Fortunat von Juvalta nach Innsbruck und Imst zu Ehzg. Leopold V. von Österreich. Berühmt wurde S. mit zwei zuerst in lat. Sprache erschienenen Geschichtswerken, der rät. Chronik ("Pallas Rhaetica armata et togata" 1617, 1672 auf Deutsch erschienen) und der Geschichte der Unruhen und Kriege ("Historia motuum et bellorum [...]" 1629), einer zeitgenöss. Darstellung der Bündner Wirren, sowie mit der Massstäbe setzenden Karte von Graubünden ("Alpinae seu foederatae Rhaetiae [...]" 1618). Der sog. Waser'sche Schiedsspruch von 1644, der die bevorzugte Stellung von Davos im Zehngerichtenbund schmälerte, traf S. in seinem Rechtsempfinden derart, dass er seine Chronistentätigkeit aufgab. 1616 Ritter von S. Marco.


Werke
– (zusammen mit F. von Sprecher), «Davoser Chronik», in BM, 1953, 314-375
Rät. Chronik, Neubearbeitung von A. von Sprecher, 2 Bde., 1998 (21999)
Archive
– FamA, Maienfeld
Literatur
– A. von Sprecher, «Aus der Jugendzeit des Geschichtsschreibers Fortunat S. von Bernegg», in BM, 1935, 321-336
Stammbaum der Fam. S. von Bernegg, 2 Bde., [1936], (mit Werkverz.)
– H. Schmid, «Bündner Chronisten des 17. Jh.», in Bedeutende Bündner aus fünf Jahrhunderten 1, 1970, 129-146
Feller/Bonjour, Geschichtsschreibung 1, 336-339
Pieth, Bündnergesch., 234 f., 247 f.
HbGR 2, 188

Autorin/Autor: Daniel Sprecher