Hottwil

Ehemalige politische Gemeinde AG, Bezirk Laufenburg, seit 2010 zusammen mit Etzgen, Mettau, Oberhofen (AG) und Wil (AG) Teil der neuen politischen Gemeinde Mettauertal. Geschlossene Siedlung in offenem Talkessel im oberen Fricktal. 1289 Hotwil, 1303-08 Hotwille. 1764 195 Einw.; 1850 324; 1900 210; 1950 203; 1970 171; 2000 245. Auf dem Wessenberg befindet sich eine Burgruine, die ehemals der Sitz der gleichnamigen Herren war. Das Kloster Säckingen besass im Dorf einen Meierhof. 1468 eroberte Bern die Herrschaft Wessenberg und erwarb 1523 mit dem Dinghof Mandach die niedere Gerichtsbarkeit in H. Dieses bildete mit Mandach und Etzwil (heute Gem. Leuggern) das Niedergericht H. Kirchlich gehörte H. seit jeher zu Mandach. In der frühen Neuzeit dominierte die Landwirtschaft mit umfangreichem Rebbau, im 18. Jh. kam die Baumwollverarbeitung dazu. Der Niedergang dieser Heimarbeit und später jener des Rebbaus führte in der 2. Hälfte des 19. Jh. zu einer starken Bevölkerungsabnahme, die sich bis etwa 1970 fortsetzte. Zu Beginn des 21. Jh. boten die Landwirtschaft (ca. 5 ha Reben) und eine Kunststofffabrik Arbeitsplätze. Zahlreiche Erwerbstätige arbeiteten auswärts. In den 1980er Jahren setzte eine gemässigte Bautätigkeit ein.


Literatur
Die Aargauer Gem., 1990, 158 f.

Autorin/Autor: Felix Müller (Brugg)