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Robustelli, Giacomo

geboren ca. 1583 Grosotto (Veltlin), gestorben ca. 1646 Domaso (Lombardei). Aus Veltliner Amtsadel. R. war ein reicher Grundbesitzer, der an ital. Universitäten Recht und Literatur studiert hatte. Er stand im Kriegsdienst des Hzg. von Savoyen, der ihn zum Ritter ernannte. R. gehörte der span.-österr. Partei im Veltlin an und focht für den Abfall des Veltlins von Graubünden. Das Strafgericht in Thusis verurteilte ihn 1618 zu einer hohen Busse und Landesverweis. 1620 führte er die Aufständischen an, die rund 600 Protestanten ermordeten (Veltliner Mord). 1621-24 und 1627-30 wirkte er als Landeshauptmann im von päpstl. und span. Truppen besetzten Veltlin. 1630 flüchtete er ins Exil nach Domaso, von wo aus er das 1. Mailänder Kapitulat von 1639 zwischen Spanien und den Drei Bünden vergeblich zu vereiteln versuchte.


Archive
– StAGR, Landesakten
Literatur
– G. Poccettino, «Giacomo R.», in ASSI 7, 1932, 3-53

Autorin/Autor: Martin Bundi