No 34

Planta, Rudolf von (Wildenberg)

geboren 1569, gestorben 1638 Burg Rametz in Meran, ref., ab ca. 1623 kath., von Zernez. Sohn des Balthasar und vermutlich der Catharina Prevost. Bruder des Pompejus ( -> 30). ∞ 1598 Margareta Travers. P. bekleidete einflussreiche Ämter, so war er Kriminallandammann des Unterengadins, 1589 vicari, 1601-03 Landeshauptmann des Veltlins, erzherzogl. Rat unter Leopold V., Lehensinhaber der Herrschaft Tarasp und Gesandter der Drei Bünde, z.B. 1599 nach Innsbruck, 1600 ins Wallis und einer der fünf Bündner Abgeordneten für die Erneuerung der Verträge mit Ks. Rudolf II. 1616 liess P. als Statutrichter in Zernez Hinrichtungen vollstrecken, was ihm wie seine engen Verbindungen zum Ehz. von Österreich breite Feindschaft eintrug, u.a. seitens der venezian. Partei und der Prädikanten. 1618 wurde P. wie sein Bruder Pompejus vom ref.-venezian. Strafgericht von Thusis geächtet und in Abwesenheit zum Tod verurteilt, dann vom Churer Strafgericht freigesprochen und schliesslich vom Davoser Strafgericht erneut verurteilt. Nachdem wütende Engadiner 1619 unter der Führung von Baptista Salis seinen Sitz Wildenberg in Zernez verwüstet hatten, flüchtete P. ins Südtirol. 1621 kehrte er mit den span.-österr. Truppen unter Alois Baldiron zurück, wirkte 1622 als Kommandant österr. Truppen im Unterengadin und erneut als Statutrichter, 1627 als Hauptmann und österr. Kommissar in Zernez und wies als solcher die letzten noch verbliebenen Prädikanten aus dem Unterengadin aus, deren Stellen von Kapuzinern besetzt wurden. Unterstützung fand er bei den österr. Besatzungstruppen. Nach 1623 hielt sich P. mehrheitlich in Meran auf, wo er zum Sitz Rametz 1625 zusätzlich Schloss Greifen erwarb. 1603 Ritter von S. Marco.


Literatur
– P. von Planta, Chronik der Fam. von P. nebst versch. Mittheilungen aus der Vergangenheit Rhätiens, 1892, 157-222
– Pieth, Bündnergesch., 188-216
HbGR 2, 130, 181

Autorin/Autor: Hansjürg Gredig