07/06/2004 | Rückmeldung | PDF | drucken

Bözen

Polit. Gem. AG, Bez. Brugg. Strassendorf am Bözberg. 1284 Boze. 1764 361 Einw.; 1850 539; 1900 376; 1941 347; 1950 383; 1980 372; 2000 657. Frühe Zeugen menschl. Anwesenheit sind neolith. Steinbeilklingen, ein röm. Gutshof und alemann. Gräber. B. gehörte im MA zum Dinghof Elfingen, der 1291 vom elsäss. Kloster Murbach an Habsburg und 1322 an das Kloster Königsfelden kam. Daneben entstand im 14. Jh. in B. eine Twingherrschaft Bözberg, die von Bern 1514 gekauft und dem Amt Schenkenberg eingegliedert wurde. Vom 16. Jh. an bildete B. zusammen mit Elfingen und Effingen ein Niedergericht. Kirchlich gehörte B., wo spätestens ab 1381 eine Kapelle stand, ursprünglich zur Pfarrei Elfingen. Vermutlich um 1600 wurde die Pfarrkirche nach B. verlegt. Wirtschaftlich dominierte die Landwirtschaft mit einem starken Anteil an Rebbau (Mitte des 19. Jh. rund 50 ha). Weiter brachte bis zum Bau des Bözbergtunnels 1875 die Bözbergstrasse Verdienst (Vorspann, Gastgewerbe). Zwischen etwa 1840 und 1925 richteten zahlreiche Haushalte in Heimarbeit Stroh für die Strohindustrie zu. 1831-1913 fanden in B. jeweils zwei Jahrmärkte statt. 1931-44 erfolgte eine Güterregulierung. Ab 1980 herrschte eine rege Bautätigkeit, und die Zahl der Wegpendler stieg dank der seit 1990 bestehenden Busverbindung nach Brugg an.


Literatur
– H. Wassmer, Die Gesch. des Dorfes B., 1984

Autorin/Autor: Felix Müller