Jonen

Polit. Gem. AG, Bez. Bremgarten, am rechten Reussufer am Eingang des Jonerbach-Tobels mit den Weilern Obschlagen und Litzi. 1243 Jonun. 1850 788 Einw.; 1900 630; 1950 570; 1980 800; 2000 1'569. Ausgedehntes Gräberfeld aus der Hallstattzeit. Reste eines röm. Gutshofes im Schalchmatthau. Alemann. Gräberfeld (u.a. sechs Steinkistengräber) aus dem 6. bis 7. Jh. im Gebiet der einstigen Käppelireben. J. gehörte im MA zum murbach.-luzern. Keln- bzw. Kellerhof in Lunkhofen, der 1291 von Rudolf von Habsburg erworben wurde. 1376 verpfändete Hzg. Leopold von Österreich das Niedergericht im Kelleramt an Gottfried Müllner von Zürich; 1414 erwarb es Bremgarten, 1415 kam J. mit dem Kelleramt unter die Landeshoheit Zürichs. Zehnten aus J. bezogen die Klöster Muri und Wettingen, St. Leodegar in Luzern, die Kirche und das Spital Bremgarten und die Kirche Zufikon. J. war stets nach Lunkhofen kirchgenössig. 1866 wurde es eine selbstständige Pfarrei. Eine Kapelle ist erstmals 1598 erwähnt. Sie wurde 1804 ersetzt und beim Brand 1811 zerstört, wie zwei Drittel des Dorfes. Sie wurde wieder aufgebaut und 1910 um den Turm und den Chor erweitert. Als Pfarrkirche dient sie seit 1866. Die ref. Einwohner gehören zur Kirchgem. Bremgarten-Mutschellen. Die Ursprünge der Wallfahrtskapelle im Jonental (1521 erstmals erw.) sind unbekannt. Das erste Schulhaus wurde 1808 errichtet. Seit 1972 ist die Gem. Kreisschulort für die Oberstufe. Seit 1920 verkehrt ein Autobus auf der Strecke Bremgarten-J.-Affoltern am Albis. In J. waren bis ins 20. Jh. die Landwirtschaft (Milchwirtschaft, Ackerbau) und ihr zugeordnetes Kleingewerbe vorherrschend (2000 15 Landwirtschaftsbetriebe). Seit 1991 befindet sich der Sitz der Firma Similasan AG (Homöopathie) in der Gemeinde. Mit seiner Nähe zu Bremgarten, Zürich und Zug weist J. einen grossen Wegpendleranteil auf.


Literatur
Kdm AG 4, 1967
– W. Bürgisser, J., 21991

Autorin/Autor: Anton Wohler