13/12/2007 | Rückmeldung | PDF | drucken

Hilfikon

Polit. Gem. AG, Bez. Bremgarten, ehem. Herrschaft und Schloss. Dorf und Schloss liegen an der alten Strasse Villmergen-Sarmenstorf am nördl. Ausläufer des Lindenbergs. 924 Hilfiniswilare, 1250 Hilfinchon. 1743 125 Haushalte (22 davon ausserhalb der Herrschaftsgrenzen); 1798 119 Einw.; 1850 159; 1870 205; 1900 179; 1950 172; 2000 224. 1290 errichteten Arnold und Markwart von H. einen Wohnturm. Der Bereich der Herrschaft ist ab 1415 fassbar. 1472 war sie im Besitz der Zürcher Fam. Meiss. 1498 gelangte sie als Reichslehen an Hans von Seengen, um 1506-10 an den Luzerner Melchior Zur Gilgen, der 1514 die Vogtei Sarmenstorf erwarb und 1510 eine Burgkapelle stiftete. 1628 ging der Besitz durch Kauf an Landammann Johann Lussi aus Unterwalden, 1644 an die Fam. Zwyer von Evibach in Silenen, 1743 durch Heirat an die Fam. Tschudi aus Glarus, die ihn 1749 Franz Viktor Augustin von Roll aus Solothurn veräusserte. Dieser liess die spätgot. Burgkapelle abbrechen und durch einen Neubau ersetzen, in dessen Chor sich die Nachbildung des Hl. Grabes von Jerusalem befindet. Kirchlich gehörte H. stets zu Villmergen. 1743 unterstand ein Teil des Dorfs dem Amtsgericht Villmergen, der andere Teil den Herrschaftsinhabern. 1798 verzichtete Augustin von Roll auf die Gerichtsrechte. Im Zweiten Villmergerkrieg war das Schloss 1712 Sitz des kath. Generalstabs. 1832 wurde es mitsamt den Gütern verkauft und wechselte seither mehrmals den Besitzer. In der Kleingemeinde dominierte bis im 20. Jh. die Landwirtschaft, dann siedelte sich auch Kleingewerbe an. 1916 wurde die Wohlen-Meisterschwanden-Bahn gebaut, worauf H. eine Station erhielt. Das Dorf verfügt über eine Gesamtschule für die Primarstufe.


Literatur
– R. Bosch, «Aus der Baugesch. der Burg H.», in Unsere Heimat 20, 1946, 21-29
– K. Strebel, «Von der Gerichtsherrschaft H.», in Heimatkunde aus dem Seetal 21, 1947, 57-62
Kdm AG 4, 1967, 267-284
Die Aargauer Gem., 1990, 106 f.

Autorin/Autor: Anton Wohler