• <b>Friedrich von Sinner</b><br>Prunkgemälde des Berner Schultheissen. Öl auf Leinwand von  Emanuel Handmann,   1772 (Bernisches Historisches Museum) © Foto Stefan Rebsamen.

No 2

Sinner, Friedrich von

geboren 5.3.1713 Bern, gestorben 23.2.1791 Bern, ref., von Bern. Sohn des Abraham, Grossrats und Vogts von Lenzburg, und der Margarete Esther Jenner. Enkel des Johann Rudolf ( -> 4). ∞ Maria Juliane von Wattenwyl von Malessert, Tochter des Beat Ludwig, Kleinrats. 1730-33 Rechtsstud. in Marburg, danach Reisen in Europa, u.a. nach Paris und England. Ab 1745 Grossrat (Insel- und Archivdirektorium), ab 1746 Notar und Assessor am Deutschappellationsgericht. 1750-56 war S. Vogt von Interlaken, wo er sich besonders um das Fürsorge- und Forstwesen kümmerte. 1751 erbte er vom Vater die Herrschaft Grandcour, die er 1755 verkaufte. Ab 1763 amtierte er als Kleinrat, 1764 als Revisor des Almosenwesens und ab 1765 als Organisator der Bevölkerungsstatistik. 1766-67 vermittelte er in den Genfer Wirren und 1768 in der Gaudot-Affäre. Dabei verhinderte er ein militär. Eingreifen Berns, wofür er 1788 vom preuss. König die Auszeichnung Ritter des Schwarzen Adlerordens erhielt. 1765 war er Präs. des Chorgerichts, 1766 Venner zu Mittellöwen, 1767-71 Deutschsäckelmeister und 1771-91 in den geraden Jahren amtierender Schultheiss. Ab 1774 bereitete der die neue Allianz der Dreizehn Orte mit Frankreich vor, die am 28.5.1777 zum Abschluss kam. 1780 wurde er wegen der Streitigkeiten zwischen Représentants und Négatifs als Vermittler nach Genf geschickt, wobei diesmal eine bern. Strafexpedition einschritt. 1781 befasste er sich mit der Beilegung des Chenaux-Handels in Freiburg. 1783 erliess der Gr. Rat unter seinem Vorsitz das Edikt, dass bern. Burgerfamilien das Adelsprädikat "von" nach Belieben führen dürfen. S. nahm das Prädikat 1785 an. 1790 verlor er einen Drittel seines in Frankreich angelegten grossen Vermögens. Gesellschaftlich gewandt auftretend, war S. auch an Kunst und Literatur interessiert. Als ruhig taktierender Diplomat war S. erfolgreich, galt aber bei einigen seiner Mitbürger als Franzosenfreund, was zu Differenzen mit seinem jüngeren Amtskollegen Niklaus Friedrich Steiger führte.

<b>Friedrich von Sinner</b><br>Prunkgemälde des Berner Schultheissen. Öl auf Leinwand von  Emanuel Handmann,   1772 (Bernisches Historisches Museum) © Foto Stefan Rebsamen.<BR/><BR/>
Prunkgemälde des Berner Schultheissen. Öl auf Leinwand von Emanuel Handmann, 1772 (Bernisches Historisches Museum) © Foto Stefan Rebsamen.
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Archive
– BBB
– StABE
Literatur
Slg. Bern. Biogr. 2, 1896, 93-109

Autorin/Autor: Christian Müller (2)